Für die Menschenrechte: Europäischer Kurswechsel jetzt

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Hunderttausende Menschen sind in den vergangenen Wochen vor
Bomben und Krieg in der Provinz Idlib im Norden Syriens geflohen. Sie suchen
Schutz. Doch Bundesregierung und Europäische Union bleiben bei ihrem
Abschottungskurs und machen die Flüchtlinge zum Spielball politischer
Interessen. Währenddessen spitzt sich die humanitäre Lage für die Menschen auf
der Flucht täglich zu, in Syrien, der Türkei und auf den griechischen Inseln.
Millionen Menschen harren in menschenunwürdigen Zuständen bei eisigen
Temperaturen aus.

Seit dem Vormarsch der Assad-Truppen im Dezember 2019 sind nach Angaben der UN
rund 948.000 Menschen vor den massiven Kampfhandlungen geflohen. Über 80 Prozent
von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Aufnahmecamps in der Region sind völlig
überfüllt, Menschen können sich nur unter Plastikplanen vor der Kälte und dem
Regen schützen. Die Versorgung der Flüchtlinge ist längst nicht mehr gesichert.
Es mangelt an Nahrungsmitteln, Unterkünften, Wasser, Medikamenten, Heizmaterial
und sanitären Einrichtungen. An der syrisch-türkischen Grenze harren knapp eine
Million Menschen aus. “Sie sind buchstäblich gefangen, sie können weder vor noch
zurück. Und die Not setzt sich an der türkisch-griechischen Grenze fort”,
erklärt Wolf-Christian Ramm, Vorstandsvorsitzender von Bündnis Entwicklung
Hilft. Nach der einseitigen Grenzöffnung durch die Türkei warten hier tausende
Menschen in der Hoffnung, die Grenze doch noch überqueren zu können und in der
EU sichere Zuflucht zu finden.

Bündnis Entwicklung Hilft ist über die Eskalation der kriegerischen
Auseinandersetzungen in der Provinz Idlib und die katastrophalen Folgen für die
Menschen sehr besorgt und verurteilt die deutsche und europäische
Tatenlosigkeit. Die Bündnis-Mitglieder leisten, soweit es ihnen möglich ist,
unter schwierigen Bedingungen vor Ort weiterhin humanitäre Hilfe. In der Provinz
Idlib und Aleppo verteilt die Welthungerhilfe mit ihrer syrischen
Partnerorganisation Brotlaibe. Familien erhalten Gutscheine für Nahrungsmittel
und Heizmaterial. Die Gutscheine lassen sich gegen dringend benötigte
Nahrungsmittel und Brennstoffe tauschen. In Idlib-Stadt versorgt das
Frauenzentrum, ein Partner von medico international, hunderte Flüchtlinge,
solange sie noch können und die Bomben sie nicht treffen. In den
nordostsyrischen Gebieten unter Selbstverwaltung baut der medico-Partner
Kurdischer Roter Halbmond Aufnahme-Camps, in denen bereits erste Familien
unterkommen. Wie lange Menschen in diesen Camps sicher vor den Bomben und
Kämpfen sind, ist aufgrund der aktuellen Vormärsche und Gefechte auf allen
Seiten völlig ungewiss. Misereor unterstützt seit Kriegsbeginn den
Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS). Der Flüchtlingsdienst leistet humanitäre
Hilfe und begleitet Menschen vor Ort mit medizinischer Grundversorgung,
psychosozialen Diensten und Bildungsangeboten.

Bündnis Entwicklung Hilft fordert eine Revision des schäbigen
Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei und einen sicheren Zugang
der Flüchtlinge in europäische Aufnahmeländer. “Menschenrechte werden seit
Jahren an den EU-Außengrenzen mit Füßen getreten. Damit muss Schluss ein. Die EU
muss sich endlich auf ein funktionierendes System zur Aufnahme von
Schutzsuchenden verständigen”, so Wolf-Christian Ramm. Es kann keine Option
sein, die Augen weiter vor den dramatischen Zuständen in sämtlichen Lagern zu
verschließen und dabei Grundwerte wie Menschenwürde, Demokratie,
Rechtsstaatlichkeit und das Recht auf Asyl über Bord zu werfen. Anstatt
Griechenland 700 Millionen für die Grenzsicherung zuzusagen, sollte die EU
dieses Geld für die Versorgung der Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Die
Bundesregierung sollte jetzt ein Zeichen setzen und Schutzbedürftige aus den
Lagern aufnehmen.

Hinweise an Redaktionen:

Gerne stellen wir Kontakt zu Interviewpartner*innen her.

Pressemitteilung als PDF: http://ots.de/NkKOv8

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW, Kindernothilfe, medico
international, Misereor, Plan International, terre des hommes, Welthungerhilfe
sowie die assoziierten Mitglieder German Doctors und Oxfam leisten als Bündnis
Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in
Krisengebieten.

Pressekontakt:

Bündnis Entwicklung Hilft
Pressestelle
Schöneberger Ufer 61
10785 Berlin
Tel.: 030 – 278 77 393
presse@entwicklung-hilft.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/61673/4538448
OTS: Bündnis Entwicklung Hilft

Original-Content von: Bündnis Entwicklung Hilft, übermittelt durch news aktuell

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