„Grenzenlose Profitgier“: DGB kritisiert FFP2-Masken-Verbot bei Amazon

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Vorstandsmitglied Körzell betont Verantwortung der Arbeitgeber – Gewerkschaften erinnern an Gefahren am Arbeitsplatz – Im vergangenen Jahr 397 Tote in Deutschland

Osnabrück. Der DGB drängt darauf, die Gesundheit von Arbeitnehmern besser zu schützen, und nimmt dabei den Versandhändler Amazon ins Visier. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Gerade jetzt in der Pandemie müssen viele Arbeitgeber deutlich mehr tun, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Es ist unverantwortlich und Zeugnis grenzenloser Profitgier, wenn Arbeitgeber wie Amazon ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Tragen von FFP2-Masken verbieten, um Pausenzeiten einzusparen.“ Es müsse vielmehr selbstverständlich sein, dass Arbeitnehmern FFP2-Masken und Corona-Schnelltests zur Verfügung gestellt würden.

Laut einem ARD-Bericht wird den Amazon-Mitarbeitern am Standort Winsen (Luhe) verwehrt, sich mit einer FFP2-Maske zu schützen. Rechtlich gesehen, reicht ein OP-Mundschutz grundsätzlich aus. Jedoch gelten FFP2-Masken als deutlich sicherer. Bereits vorgeschrieben sind sie dann, wenn mit erhöhtem Aerosolausstoß zu rechnen ist, zum Beispiel weil sehr laut gesprochen werden muss.

Gewerkschaften erinnern jährlich am 28. April, dem „Workers–s Memorial Day“, an die Gefahren am Arbeitsplatz. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) kosten Unfälle an der Arbeitsstelle weltweit jährlich 2,3 Millionen Menschen das Leben. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie um 12,8 Prozent auf 760.369 gesunken. 397 Menschen starben bei einem Arbeitsunfall, 100 weniger als im Jahr zuvor, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung unlängst berichtete.

Eine Ausnahme stellt die trotz der Corona-Krise weiter florierende Bauwirtschaft dar, die deutlich mehr tödliche Arbeitsunfälle verzeichnete. Nach Angaben der IG Bau sind im vergangenen Jahr 97 Menschen auf Baustellen ums Leben gekommen, 39 Prozent mehr als 2019.

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