Kauder: Christenverfolgung nimmt weltweit weiter zu

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Neuer Open-Doors-Bericht erneut alarmierend

Die überkonfessionelle, christliche Hilfsorganisation Open Doors hat an diesem
Mittwoch ihren jährlichen Weltverfolgungsindex vorgestellt. Dazu erklärt Volker
Kauder, in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig für Wertethemen,
Religionsfreiheit und den Einsatz gegen Christenverfolgung:

“Mit seinem jährlichen Weltverfolgungsindex (WVI), der das Ausmaß der weltweiten
Verfolgung von Christinnen und Christen dokumentiert und veranschaulicht,
leistet Open Doors überaus wichtige Arbeit. Der aktuelle WVI gibt erneut Anlass
zu großer Sorge: Laut Schätzungen von Open Doors sind etwa 260 Millionen
Christinnen und Christen starker bis extremer Verfolgung ausgesetzt. Für den
Berichtszeitraum dokumentiert das christliche Hilfswerk eine erhebliche Zunahme
an Übergriffen auf Kirchen und kirchliche Einrichtungen.

Insbesondere die Situation in einigen afrikanischen Staaten ist gravierend:
Durch Verhaftungen von Gemeindemitgliedern wird die Religionsfreiheit der
Menschen massiv untergraben, durch die willkürliche Beschlagnahmung von
Krankenhäusern und anderen kirchlichen Einrichtungen wird die Existenz der
Religionsgemeinschaften als Institution bedroht. Aufgrund blutiger Überfälle auf
Gottesdienste mit zahlreichen Toten ist Burkina Faso erstmals auf dem WVI
verzeichnet worden (Rang 28).

Darüber hinaus sind auch die Entwicklungen in Asien alarmierend: Im Hinblick auf
China wird eine kontinuierliche Ausweitung digitaler Überwachungsmaßnahmen gegen
Christen und andere Religionsgemeinschaften berichtet, über Indien eine Zunahme
an Feindseligkeiten und hassmotivierter Übergriffe gegen Christen durch
hindu-nationalistische Extremisten.

Auch nach dem militärischen Sieg über den sogenannten “Islamischen Staat” zögern
irakische Christen aufgrund der anhaltend unsicheren Lage, in ihr Land
zurückzukehren. Über Syrien berichtet Open Doors, dass Christen aufgrund der
politischen Lage, insbesondere auch der türkischen Militäroffensive in
Nordsyrien, weiterhin akut von Vertreibung bedroht sind.

Der Einsatz für den Schutz der Religionsfreiheit und der Kampf gegen
Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres religiösen
Bekenntnisses ist ein zentrales Anliegen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die
Gewährleistung von Religionsfreiheit ist der Eckpfeiler von Stabilität und
Frieden. Sie muss daher weiterhin im Fokus der außen- und
entwicklungspolitischen Bemühungen der Bundesregierung stehen.

Hintergrund: Der Weltverfolgungsindex 2020 umfasst eine Rangliste von 50
Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Open Doors zufolge hat
die Gewalt gegen Christen, Kirchen und kirchliche Einrichtungen erheblich
zugenommen. Die Liste wird angeführt von Nordkorea (1), Afghanistan (2), Somalia
(3), Libyen (4) und Pakistan (5). Im Berichtszeitraum vom 1.11.2018 bis
31.10.2019 wurden dem Bericht zufolge ca. 9.500 Kirchen und kirchliche
Einrichtungen attackiert, zerstört oder geschlossen; im Vorjahr waren es 1.850.

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