Kölnische Rundschau zu den Corona-Fällen in Coesfeld, Steinburg und Greiz

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Verantwortungslos

Sandro Schmidt zu den Corona-Fällen in Coesfeld, Steinburg und Greiz

Kaum sind die neuen ohnehin zu stark gelockerten Corona-Regeln in Kraft, wird bereits der einzig wirksame Kontrollmechanismus, der einen zweiten epidemischen Ausbruch verhindern soll, gleich mehrfach in Frage gestellt. Das ist unverantwortlich und skandalös. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es ist richtig, dass nicht das öffentliche Leben in ganz Deutschland lahm gelegt werden soll, wenn es nur in einzelnen Regionen zu Besorgnis erregenden Krankheitsausbrüchen kommt. Das halten auf Dauer weder Wirtschaft noch Bevölkerung durch. Insofern ist der Gedanke, nun differenziert und eigenverantwortlich in Ländern und Landkreisen zu operieren, nachvollziehbar und sinnvoll. Doch es kann nicht sein, dass jeder Landrat, wenn die vereinbarte Grenze von 50 neuen Fällen pro 100 000 Einwohnern in einer Woche überschritten wird, seine eigene Ausrede findet, warum die Notfallregelung bei ihm nicht gelten müsse. In Coesfeld zum Beispiel wurde zunächst noch nicht einmal der Betrieb geschlossen mit der abenteuerlichen Begründung, er sei systemrelevant. Es ist kaum anzunehmen, dass die Fleischversorgung in Deutschland zusammenbricht, wenn eine – wenn auch große - Firma wegen Corona eine Zeit lang nicht arbeiten darf. Da ist es gut, dass jetzt wenigstens das Land NRW durchgreift. Oberstes Ziel aller Verantwortlichen muss es sein, dafür zu sorgen, dass aus den derzeit relativ wenigen Corona-Fällen nicht eine erneute Pandemie entsteht. Also haben sie in Coesfeld, Steinburg und im thüringischen Greiz unverzüglich und mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass aufkeimende Virus-Hotspots eingedämmt werden. Sonst verpuffen alle guten Maßnahmen der letzten Wochen, und wir stehen wieder am Anfang. Und vor einem zweiten flächendeckenden Lockdown. Ihre Meinung: dialog@kr-redaktion.de

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