Lausitzer Rundschau: Die Zerbrechlichkeit des Lebens Zur Gedenkfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes

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Auch dafür ist er gewählt worden: Der ehemalige
Pastor Joachim Gauck kann mit den Dimensionen Tod und Leben, Schuld
und Sühne umgehen. Er kann Einzelne trösten – und auch eine ganze
Nation. Der Bundespräsident hat im Kölner Dom am Freitag nicht nur
eine berührende Rede gehalten. Das wäre nicht so schwer gewesen, denn
berührt waren ohnehin alle, die dort waren. Und die an den
Fernsehschirmen zuschauten. Nein, viel mehr: Er hat eine tröstende
Rede gehalten. „Du bist nicht allein“, dieser Schlusssatz gerade in
einer solchen Stunde tiefsten Schmerzes ist mutig. Und er stimmt
doch. Die Angehörigen der Opfer haben in den vergangenen Wochen tiefe
Solidarität und Mitgefühl erfahren. Deutschland als Nation hat sie
erfahren, vor allem von den Franzosen. Joachim Gauck hat dieses
Mitgefühl in einer großen, wichtigen Geste ganz ausdrücklich auch
gegenüber den Angehörigen des Täters, des Copiloten, geäußert. Denn
auch er ist Opfer. Weil er krank war, war er es vielleicht sogar in
einem umfassenderen Sinn, als die meisten denken. Der
Bundespräsident hat das Geschehen eingeordnet: als ein sinnloses
Drama. Aber auch als etwas, was eben geschehen kann. Weil der Mensch
so ist, wie er ist. Die menschliche Existenz ist äußerst fragil, kurz
und zerbrechlich. Die würdige Gedenkfeier von Köln hat uns alle für
einen Moment nachdenken lassen, was wirklich wichtig ist im Leben:
Zusammenhalt. Das „Band der Gemeinsamkeit“, hat der Präsident gesagt.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

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