LVZ: de Maizière: „Es spricht viel dafür“, dass Amtsnachfolger Kanzlerin Merkel „nicht von der Union kommt“ / Im Umfeld Merkels werde sehr offen diskutiert

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Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière
(CDU), geht davon aus, dass nach einem Ende der Kanzlerschaft von
CDU-Chefin Angela Merkel andere politische Kräfte den Regierungschef
in der Bundesrepublik stellen werden. In einem Video-Interview mit
der in der Verlagsgruppe Madsack erscheinenden „Leipziger
Volkszeitung (Montag-Ausgabe) sagte de Maizière: „Es spricht viel
dafür, dass, wer nach Angela Merkel in vielen Jahren Kanzler wird,
nicht von der Union kommt.“ Dass er zur Gruppe der in Frage kommenden
CDU-Kanzlerkandidaten für die Zeit danach gehören werde, nannte der
CDU-Politiker eine Feststellung, die „völlig abwegig“ sei.

Angesprochen auf einen denkbaren SPD-Kanzlerkandidaten Peer
Steinbrück in der nächsten Wahl meinte de Maizière, der in der großen
Koalition mit dem Sozialdemokraten der gleichen Regierung angehört
hatte: „Ich halte viel von Peer Steinbrück. Wir schätzen uns
gegenseitig. Wir kennen unsere Stärken und Schwächen. Im Verhältnis
zu seiner Partei hatte er es immer schwer“, sagte de Maizière. „Ob
ich ihm raten soll, das mit der Kanzlerkandidatur zu machen, würde
ich ihm aber direkt sagen.“

Der Verteidigungsminister zeigte sich eher verwundert über seine
sehr hohen Sympathiewerte bei Umfragen. „Mich wundert das eher. Wahr
ist, dass diejenigen, die ruhig arbeiten, im Moment in den Umfragen
höher stehen, als die, die laut und viel reden. Und das ist ja
vielleicht für die politische Kultur des Landes nicht schlecht.“

Angesprochen auf sein Arbeitsverhältnis zur Bundeskanzlerin meinte
de Maizière: „Selbstverständlich kann ich die Wahrheit sagen. Sie
sagt mir auch die Wahrheit.“ Aus seiner persönlichen Erfahrung, auch
als früherer Kanzleramtsminister, könne er „ganz hart dementieren“,
dass es im engsten Umfeld von Angela Merkel ein Klima gebe, in der
nicht die Wahrheit gesprochen werde. Er wisse: „Es gilt der
Grundsatz: Vertrauen gegen Loyalität, Offenheit gegen
Verschwiegenheit. Und deswegen wird da ganz viel offen diskutiert.
Und das ist auch gut so. Und gut ist auch, dass das nicht öffentlich
stattfindet.“

Das komplette Interview als Video und im vollen Wortlaut ist zu
finden unter: http://www.madsack-im-gespraech.de

Für technische Rückfragen (sendefähige O-Töne/Videomitschnitt):
dispoberlin@azmedia.de

Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/233 244 0

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