Mittelbayerische Zeitung: Denkfehler / Kommentar zur Pflege demenzkranker Menschen

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Demenzkranke sind eine Herausforderung. Im
Verlauf der Krankheit wird daraus oft Überforderung. Hilf- und
Orientierungslosigkeit machen die Kranken ruhelos und aggressiv. Gute
Betreuung und aktivierende Pflege, die auf die Biografie und
individuelle Besonderheiten eingeht, können dem entgegenwirken. Alle
ausgebildeten Pflegekräfte wissen das. Nur haben sie keine Zeit
dafür. Die Schuld daran, dass viel zu häufig “schwierige” Patienten
mit Medikamenten heruntergedimmt werden, liegt nicht – oder selten –
bei den Menschen, die sich um die Heimbewohner kümmern sollen. Der
Fehler liegt im System. Das Gesundheits- und Pflegewesen in
Deutschland wird von der Wirtschaftlichkeit und Ökonomie, nicht von
der Menschenwürde her gedacht. Dass gut betreute Menschen vielleicht
weniger Medikamente bräuchten – wen interessiert–s? Qualifiziertes
Personal wird immer deutlich teurer sein als eine Handvoll
Psychopharmaka. Traurig genug: Selbst Heimaufsichtsbehörden, die den
Pflegeeinrichtungen auf die Finger schauen sollen, sind unterbesetzt.
Kritik an den Pflegekräften trifft also die Falschen – und ist
kontraproduktiv. Der Beruf ist anstrengend und schlecht bezahlt.
Gerät er in Misskredit, sinkt die Chance, dass unsere Angehörigen am
Ende ihres Wegs in gute pflegende Hände kommen.

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Mittelbayerische Zeitung
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