Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur „Umfrage-Flaute für die BayernSPD“

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Umfragen sind kein Evangelium. Das hat nicht
erst die jüngste Vergangenheit gelehrt. Es ist also nicht
auszuschließen, dass die bayerische SPD in der aktuellen Flaute
wieder an Fahrt gewinnt und bei der Bundestagswahl zumindest ein
passables Ergebnis erzielt. Mindestens genauso gut möglich ist
allerdings, dass die in Niederlagen stark erprobten Genossen am 24.
September den nächsten Tiefschlag einstecken müssen. Alles, was unter
dem 20-Prozent-Ergebnis von 2013 liegt, fällt in diese Kategorie. Ein
Absacken würde zum frühen Härtetest für Parteichefin Natascha Kohnen
und ihren rührigen Generalsekretär Uli Grötsch, die erst im Mai das
Ruder übernommen haben. Mit der bevorstehenden Regierungsbildung in
Berlin folgt die nächste Belastung. Aus Sicht der bayerischen SPD
droht eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera: Auf eine neue
große Koalition hat man nach den Erfahrungen der vergangenen vier
Jahre keine Lust. Man fürchtet, in der Wählergunst weiter zu sinken.
Doch auch die Alternative ist nicht berauschend. Im schlimmsten Fall
wäre das aus SPD-Perspektive eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP
und Grünen, mit der SPD neben Linken und AfD auf der Oppositionsbank.
Es bleibt also so oder so kompliziert. Eine schwere Bürde vor der
Landtagswahl 2018 in Bayern.

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