Mittwoch, 23. Januar 2013, 22.45 Uhr / ZDFzoom / Die Minijob-Masche / Maximale Ausbeutung – minimaler Lohn / Film von Kirsten Moser und Christian Bock

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Mit der Hartz-Reform sollte alles einfacher werden.
Sozialhilfe und Arbeitslosengeld wurden zusammengelegt,
Arbeitswilligen Steine aus dem Weg geräumt, Bürokratie abgebaut. Teil
des Konzepts war der Minijob, der es auch Empfängern von
Sozialleistungen möglich machen sollte, Geld unkompliziert dazu zu
verdienen. Den Arbeitgebern sollte es leichter gemacht werden,
Arbeitslosen eine Chance zu geben, ohne direkt festanstellen zu
müssen. Die Politik hoffte, Unternehmen und Arbeitslose könnten sich
so risikofrei kennen lernen und, sollte es dann doch nicht passen,
auch unkompliziert wieder trennen. Ziel war es, möglichst viele
Arbeitslose in Festanstellungen zu vermitteln.

Über sieben Millionen Menschen arbeiten mittlerweile in einem
Minijob, dürfen nächstes Jahr maximal 450 Euro im Monat dazu
verdienen. Nur: Festangestellte werden aus Minijobbern kaum, eher das
Gegenteil ist der Fall.

Für Unternehmer bietet der Minijob nämlich in erster Linie
vielfache Möglichkeiten zu sparen. Und genau das ist das Problem. So
nutzen Unternehmen die Regelung, um ohnehin schlecht bezahlte
Minijobber noch zusätzlich auszubeuten: Urlaub wird nicht gewährt,
bei Krankheit droht Kündigung, Mindestlöhne werden durch
Akkordvereinbarungen umgangen und Tarifverträge ausgehebelt. Gerade
weil Minijobs für Unternehmen weniger Bürokratie bedeuten und auch
Kündigungen einfacher sind, werden massenhaft Vollzeitstellen
umgewandelt und damit die eigentlich gute Idee des Minijobs ad
absurdum geführt. Die „ZDF zoom“-Reporter Kirsten Moser und Christian
Bock zeigen, wie ein Arbeitsmodell, das ursprünglich Hausfrauen und
Studenten einen unkomplizierten Nebenjob ermöglichen sollte, außer
Kontrolle gerät. Wie es Vollzeitstellen vernichtet, den Sozialstaat
aushöhlt, Arbeitnehmer zweiter Klasse erschafft. Beide Reporter waren
als Minijobber unterwegs, putzten Büros und schufteten im Supermarkt.
Ihr Fazit: Minijobs, das ist oft minimales Geld bei maximaler
Ausbeutung.

Einer der „Erfinder“ der Hartz-Reformen, Professor Jobst Fiedler,
damals Berater bei Roland Berger, äußert sich im „ZDFzoom“-Interview
kritisch: „Wir wollten eigentlich nur Putzfrauen legalisieren. Aus
heutiger Sicht sind die Minijobs insgesamt ein Fehler gewesen.“

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121
Telefon: +49-6131-70-12120

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