Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Gauck und der „Völkermord“ in der Türkei Nur Aufarbeiten hilft Carsten Heil

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Unrecht wird immer Unrecht bleiben. Aber damit
Unrecht der Vergangenheit die Gegenwart und Zukunft nicht mehr
belastet als unbedingt nötig, muss es aufgearbeitet werden. Das ist
schwer und gelingt nie perfekt. Deutschlands guter Ruf in der Welt
hat aber unter anderem damit zu tun, dass es den Versuch gegeben hat
und immer noch gibt, die Nazi-Verbrechen zu benennen und die
Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das, was es in Südafrika
an gesellschaftlichem Fortschritt und an Versöhnung zwischen
Schwarzen und Weißen gibt, hängt mit der Wahrheitskommission von
Bischof Desmond Tutu zusammen. Auch die Stasi-Unterlagen-Behörde mit
ihren Möglichkeiten, nach der Wahrheit zu suchen, hat schmerzhafte,
aber wichtige Erkenntnisse gebracht, die den Weg des
wiedervereinigten Deutschlands in die Zukunft ermöglichen.
„Gauck-Behörde“ wurde die Einrichtung zunächst genannt, nach dem
ersten Leiter Joachim Gauck, der nun als Bundespräsident die
Verbrechen der türkischen Machthaber an Armeniern und Aramäern vor
100 Jahren offen als „Völkermord“ anspricht. Die türkische Regierung
schadet sich selbst und ihrem Land, wenn sie jetzt über Gauck
herfällt. Diese Energie sollte sie besser darauf verwenden, sich
ehrlich mit der eigenen Vergangenheit zu befassen. Nur dann wird sie
ihren Frieden damit machen können.

Pressekontakt:
Neue Westfälische
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Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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