neues deutschland: Grüne Wiedergutmachung

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So viel Hysterie nach dem Parteitag der Grünen!
Union, FDP und manch Zeitungsredaktion überschlagen sich schier in
ihrer Ablehnung: »Orgie von Steuerbelastungen«, »Giftcocktail«,
selbst vor der Verarmung der Mittelschicht wird gewarnt. Hat man eine
Revolution verschlafen? Aber nein. Die Grünen haben in ihrem
Wahlprogramm nicht mehr, aber auch nicht weniger beschlossen, als sie
sagen: eine »maßvolle« Umverteilung. Sie schlagen mit ihrem
Steuerkonzept die richtige Richtung ein, wollen aber noch nicht
einmal das Steuerniveau aus den Zeiten Helmut Kohls wieder
herstellen. Die Vorhaben sind lediglich eine zaghafte
Wiedergutmachung des Schadens, den die Partei im Bunde mit der SPD
angerichtet hat. Und Wohlhabende und Reiche führen am Montag
lediglich das klassische Schauspiel auf: Wie tarne ich
Partikularinteressen am besten als Interessen der Allgemeinheit? In
der Tat, es sind nicht nur »Superreiche«, die mehr zum Gemeinwesen
beisteuern sollen, sondern auch besser Verdienende. Wer aber als
Single 8000 Euro im Monat hat, nagt nicht am Hungertuch. Und wird es
auch nicht, wenn er 130 Euro mehr abführen müsste. Zumal ihm das Geld
ebenfalls zu Gute kommt, wenn es in Schulen, Krankenhäuser oder neue
Straßen fließt. Wer hier von unzumutbaren »Belastungen« spricht oder
in Abwandlung der gierigen Manager einen »gierigen Robin Hood« am
Werke sieht, verbreitet Ideologie. Denn es macht einen Unterschied,
ob einer das Geld für sich behält oder viele daran teilhaben lässt.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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