neues deutschland: Kommentar: K-Frage stellen

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Wer behauptet, dass dieser Wahlkampf ein spannender
wäre, der lügt oder lebt hinterm Mond. Die Frage, ob nun Merkel oder
Schulz das Rennen ums Kanzleramt machen, ist wahrlich nur noch eine
rhetorische. Eine viel spannendere K-Frage stellt hingegen das
gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung
(IMK). Dabei geht es jedoch nicht um die politische, sondern um die
ökonomische Macht. Kurz gesagt, es geht ums schnöde Kapital. Das IMK
will nämlich nicht mehr einfach nur mit Umverteilung von den Taschen
der Reichen in die Taschen der Armen der wachsenden Konzentration von
Einkommen und Vermögen entgegenwirken. Es will auch einen Staatsfonds
schaffen, der Wertpapiere von Unternehmen kauft und die Dividenden
daraus mittels eines »bedingungslosen Kapitaleinkommens« an alle
ausgibt. Wenn man den IMK-Vorschlag weiterdenkt, bedeutet dies auch
Verstaatlichung von Kapital. Letztlich könnten die großen Konzerne so
unter gesellschaftliche Kontrolle gebracht werden. Zwar würde daraus
vermutlich erst in ferner Zukunft etwas. Doch ist es ein schöner
Gedanke, vielleicht mal in einer Welt zu leben, in der die Gewinne
und die ökonomische Macht nicht mehr in den Händen einiger Weniger
konzentriert wäre. Insofern wäre ein Staatsfonds als
Wahlkampfforderung vielleicht das utopische Plus gewesen, für das es
sich wirklich lohnt zu kämpfen und das für Euphorie und eine
Wechselstimmung im linken Lager hätte sorgen können. Leider kommt die
Idee für diese Wahl zu spät.

Pressekontakt:
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