neues deutschland: Kommentar zu Innenministern und Daten aus „smart homes“. bequem, bis es wehtut

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Privatsphäre, erinnern Sie sich noch? Die wurde
damals abgeschafft gegen das Versprechen, dass der Kühlschrank
alleine einkaufen könne und man sich nicht mehr zum Lichtschalter
bewegen müsse. So könnte es einst heißen, wenn es um die
schlechtesten Geschäfte der Menschheitsgeschichte geht. Für die
Menschen.

Für den Staat und seine Institutionen, die zwar ebenso von
Menschen geführt und besetzt werden, scheinen Dinge wie Privatsphäre
und der dazugehörige Datenschutz nur dazu da zu sein, schnellstens
abgeschafft zu werden. Begründungen dafür sind so durchgekaut wie
abgedroschen – wahlweise müssen »Terror« oder zumindest »kapitale
Verbrechen« herhalten. Interessanterweise nie »Verbrechen des
Kapitals«, aber das würde es nicht besser machen.

Doch so lange Menschen für die Bequemlichkeit durch »smarte
Kühlschränke« Geld ausgeben und ihre potenzielle wie immer
wahrscheinlicher werdende Ausspähung auch noch selbst bezahlen –
solange muss man bei den Begründungen wohl keine geistige
Flexibilität an den Tag legen: Schwächung der Sicherheit im
Mobilfunkstandard 5G? Wegen Terror. Zwang zu entschlüsselten
Messengerdiensten? Wegen Terror. Daten autonom fahrender Autos?
Brauchen wir wegen, na Sie wissen schon, warum. Angst brauchen Sie
natürlich keine zu haben: SIE haben doch nichts zu verbergen, oder?

Und jetzt denke man sich seine ganze Datenspur im Lichte einer
anderen Regierung. Wird es nun doch ein wenig unbequem?

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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