neues deutschland: Kommentar zu Katars Austritt aus dem OPEC-Kartell: WennÖl nur die Nummer zwei ist

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Öl, Öl und noch mal Öl – viele Staaten des
OPEC-Kartells sind völlig abhängig von diesem Exportprodukt, das
nicht nur wegen der Klimaschutzanstrengungen auf dem absteigenden Ast
ist. Die Wirtschaftskrisen in Saudi-Arabien und Venezuela zeigen
schon seit geraumer Zeit, welch fatale Folgen eine derart einseitige
Ausrichtung haben kann.

Katar hingegen will die Abhängigkeit vom Öl verringern,
internationale Beteiligungen seiner Staatsfonds sorgen für
Diversifizierung, und vor allem setzt das Emirat noch stärker auf
Flüssiggas, das gerade groß im Kommen ist. Der OPEC-Austritt ist da
nur folgerichtig, zumal dieser keine negativen Folgen hat. Die Macht
des Kartells ist gegenüber den Ölkrisen der 1970er Jahre massiv
gesunken. Lediglich das recht fragile Bündnis der beiden größten
Ölexporteure Saudi-Arabien (OPEC) und Russland (Nicht-OPEC) kann die
Weltmarktpreise nennenswert beeinflussen.

Auch außenpolitisch hofft Katar unabhängiger zu werden. Wegen der
relativ geringen Ölförderung hatte man in der OPEC wenig zu sagen;
man musste sich ausgerechnet Saudi-Arabien beugen, das Katar wegen
der guten Beziehungen zu Iran mit Sanktionen überzogen hat. Gerade um
die Erdgasgeschäfte am Laufen zu halten, ist Katar auf gute
Beziehungen zu Saudi-Arabiens regionalem Erzfeind angewiesen. Und so
hat der OPEC-Austritt auch symbolische Bedeutung: Der Scheich von
Doha zeigt den Scheichs in Riad, dass er außenpolitisch einfach
weitermacht.

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