neues deutschland: Kommentar zu Venezuela: Dialog oder Bürgerkrieg

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In einem ist sich die venezolanische Linke zu Recht
einig: So unklar es ist, wie Venezuela einen Ausweg aus der tiefen
Wirtschaftskrise finden kann, so klar ist es, dass eine Einmischung
durch die USA die Krise nur verschlimmern kann. Daran haben auch
diejenigen keinen Zweifel, die den Chavismus einst mitgetragen haben
und seit geraumer Zeit dringenden internen Reformbedarf anmahnen.
Dialog oder Bürgerkrieg: Diese Alternativen stellen sich für
Venezuela mehr denn je. Alle jene Länder, die – angefangen beim
Hegemon USA – den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó
anerkannt haben und noch anerkennen werden, setzen auf die Option
Bürgerkrieg. Es ist eine Chuzpe sondergleichen, einem sich selbst zum
Präsidenten erklärenden Politiker Legitimität und Legalität
zuzusprechen, dem ungeliebten, aber direkt gewählten Präsidenten
Nicolás Maduro jedoch nicht – so umstritten die Wahlen im Mai 2018
auch waren. Venezuelas rechte Opposition hat seit Maduros erster Wahl
2013 nichts unterlassen, um die Regierung in Caracas mit finanzieller
Unterstützung aus den USA zu destabilisieren. So wurden 2014
Straßenproteste losgetreten, denen damals über 40 Menschen zum Opfer
fielen. Und die Dialogversuche unter Ägide des südamerikanischen
Staatenbundes UNASUR und später des Vatikans scheiterten vor allem an
der uneinigen Opposition, die in Teilen immer auf die Karte
US-Intervention setzte und setzt. Sie kommt ihrem Ziel näher.

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