Anlässlich der derzeit stattfindenden Sozialwahl in
Deutschland fordert der Sozialwissenschaftler Bernard Braun vom
Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik (SOCIUM) der
Universität Bremen, die Selbstverwaltung bei Rente, Gesundheit und
Pflege dringend weiterzuentwickeln. Im Gespräch mit der in Berlin
erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Montagausgabe) sagte
er: „Der Gesetzgeber müsste mehr Urwahlen ermöglichen, eine
Frauenquote bei den Kandidaten einführen oder das Wahlrecht für die
überwiegend weiblichen mitversicherten Familienangehörigen.“ Auch
könne der Gesetzgeber den Verwaltungsräten vorschreiben, mehr
Transparenz herzustellen, um die Selbstverwaltung zu stärken. Dagegen
löse das von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgelegte
Selbstverwaltungstärkungsgesetz die vorhandenen Probleme nicht, so
Braun. „Es reagiert auf eine sehr spezielle Situation: Korruption bei
der Kassenärztlichen Vereinigung.“ Dies habe das Ministerium
lediglich zum Anlass genommen, mehr Transparenz über bestimmte
Geschäftsvorgänge herzustellen.
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