NOZ: DGB: Spaltung am Arbeitsmarktüberwinden und wieder länger Arbeitslosengeld zahlen

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DGB: Spaltung am Arbeitsmarkt überwinden und
wieder länger Arbeitslosengeld zahlen

„Rentenniveau nicht nur stabilisieren, sondern auf 50 Prozent
erhöhen“

Osnabrück. Der Deutsche Gewerkschaftsbund drängt zum Jahresende
darauf, die „tiefe Spaltung am Arbeitsmarkt“ zu überwinden.
DGB-Vorstand Annelie Buntenbach sagte der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“: „Der Aufschwung führt nicht automatisch dazu, dass alle
mitgenommen werden. Viel zu viele bleiben zurück, Millionen von
Menschen werden abgehängt. Das sind große Herausforderungen für die
soziale Marktwirtschaft.“ Die Gewerkschafterin forderte: „Wir
brauchen höhere Löhne, auch am unteren Ende der Skala, und die
Regierung muss aktiv gegen die Spaltung am Arbeitsmarkt vorgehen.“

Buntenbach drängte zugleich auf Reformen der
Arbeitslosenversicherung. Diese müsse wieder stärker schützen vor dem
Abrutschen in die Bedürftigkeit. „Nach dem Arbeitslosengeld I sollte
es ein Anschlussarbeitslosengeld geben für weitere zwei Jahre,
finanziert aus Steuermitteln“, so die Gewerkschafterin. Die Zahlung
sollte nach ihren Worten an eine bestimmte Beschäftigungszeit
gebunden sein. „Das heißt, dass jemand zehn Jahre in die
Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben muss, um über drei Jahre
Arbeitslosengeld zu bekommen.“

Buntenbach warnte zugleich vor wachsender Altersarmut. Zwischen
2003 und 2015 habe sich der Anteil der Rentnerinnen und Rentner, die
ergänzende Grundsicherung beziehen, von 1,2 auf 2,7 Prozent mehr als
verdoppelt. Aktuell seien es etwa drei Prozent, in absoluten Zahlen
rund 550.000 Personen. Sie betonte: „Diese Zahl könnte sich in den
kommenden Jahren noch einmal verdoppeln oder sogar verdreifachen,
wenn wir nicht gegensteuern.“

Die Gewerkschafterin forderte in diesem Zusammenhang, niedrige
Einkommen am Ende des Erwerbslebens aufzuwerten, sodass sie eine
höhere Rente ergeben. Zugleich forderte sie, nicht bei 48 Prozent
Rentenniveau, dem aktuellen Stabilisierungsziel, stehen zu bleiben,
sondern es in einem weiteren Schritt anzuheben auf etwa 50 Prozent.
Sie sagte voraus: „Mit einem Bundeszuschuss von jährlich 100
Milliarden Euro, wie er sich aktuell abzeichnet, werden wir bei
Weitem nicht auskommen.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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