NOZ: Gespräch mit Christian Meyer, Landwirtschafts- und Verbraucherminister

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Niedersachsen für Verbot von Glyphosat

Meyer verweist auf Krebsgefahren – Verbraucherminister beraten

Osnabrück.- Niedersachsen drängt auf ein weitgehendes Verbot des
in Deutschland am häufigsten eingesetzten Pflanzenschutzmittels
Glyphosat. Landwirtschafts- und Verbraucherminister Christian Meyer
(Grüne) begründete dies in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Donnerstag) mit neuesten Erkenntnissen der
Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach Glyphosat „wahrscheinlich
krebserzeugend beim Menschen“ sei. Meyer zeigte sich über die
Ergebnisse der von der WHO analysierten Studien „sehr besorgt“. Dass
zu den schädigenden Wirkungen des Herbizids auf die Pflanzenwelt nun
auch noch erhebliche Gefahren für die menschliche Gesundheit kämen,
mache den bisherigen Glyphosat-Einsatz „nicht mehr verantwortbar“.
Der Grünen-Politiker kündigte an, dass das Glyphosat-Problem zu den
Hauptthemen auf der Verbraucherschutzminister-Konferenz (VSMK) vom 6.
bis 8. Mai in Osnabrück gehören werde. Niedersachsen hat in diesem
Jahr in Person von Meyer den Vorsitz dieser Ministerrunde inne. Meyer
rief dazu auf, die aktuelle WHO-Warnung ernst zu nehmen und die in
diesem Jahr auslaufende Zulassung von Glyphosat in der EU nicht wie
angestrebt um zehn Jahre zu verlängern. Heftige Kritik übte er in
diesem Zusammenhang an der Bundesregierung: „Sie weigert sich leider,
die dringend notwendige Einschränkung des Glyphosat-Einsatzes
einzuleiten und verlässt sich auf Angaben der Chemielobby.“
Niedersachsen fordere dagegen eine Überprüfung der Zulassung und
werde auf der Konferenz in Osnabrück einen Vorstoß zu
Glyphosat-Verboten mit unterstützen. „Wir wollen den Einsatz dieses
Giftes in der Landwirtschaft deutlich einschränken. In Gärten, Parks
und auf Kinderspielplätzen hat dieses Pestizid gar nichts zu suchen
und sollte deshalb für den kommunalen Sektor und den
Hobbygärtnerbereich ganz verboten werden“, sagte Meyer. In der
Agrarwirtschaft wird Glyphosat zur Unkrautbekämpfung, aber auch zur
Beschleunigung der Erntereife bei Nutzpflanzen wie Getreide und
Kartoffeln verwandt. Schätzungen zufolge kommt das Mittel auf 30 bis
40 Prozent der Ackerflächen in Deutschland zur Anwendung. Meyer
unterstrich, dass Niedersachsen bereits per Erlass Maßnahmen
ergriffen habe, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu
begrenzen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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