NOZ: Gespräch mit Markus Wahl, Sprecher der Vereinigung Cockpit

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Wirbel um Abschuss über Ostukraine:
Verkehrspiloten fordern Aufklärung und Konsequenzen

Vereinigung Cockpit empfiehlt Sicherheitswarnungen von
unabhängiger Behörde

Osnabrück. Die Vereinigung Cockpit (VC), der Berufsverband der
Verkehrspiloten in Deutschland, fordert „eine lückenlose Aufklärung
der Umstände, die am 17. Juli 2014 zum Abschuss der malaysischen
Passagiermaschine über der Ostukraine führten“. VC-Sprecher Markus
Wahl sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag): „Sollte die
Bundesregierung wichtige Informationen nicht weitergegeben haben,
wäre das unverantwortlich, denn es geht um Menschenleben. Hinweise
auf Gefahren dürfen prinzipiell nicht zurückgehalten werden.“

Die Vereinigung Cockpit reagierte damit auf Meldungen, nach denen
die Bundesregierung wenige Tage vor dem Abschuss der
Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord klare Gefahrenhinweise für
Linienflüge hatte, diese Erkenntnisse aber nicht als Warnung an die
deutschen Fluggesellschaften weitergegeben habe. Hintergrund war
demnach der Abschuss einer Militärmaschine in Höhe von mehr als 6000
Metern. Das sei eine neue Qualität gewesen, weil Militärexperten
danach davon ausgegangen seien, dass auch Ziele in noch größerer Höhe
getroffen werden könnten, wie sie die Zivilluftfahrt nutzt.

VC-Sprecher Wahl betonte: „Sollten sich die Berichte als wahr
herausstellen, muss die Bundesregierung klar sagen, warum sie sich so
verhalten hat wie dargestellt.“ Darüber hinaus drängt die Vereinigung
auf organisatorische Konsequenzen zur Verbesserung der
Flugsicherheit. Wahl: „Sicherheitswarnungen müssen künftig von einer
unabhängigen hochangesiedelten Stelle kommen, die über jeden Zweifel
erhaben ist.“ Bisher kämen Hinweise von verschiedenen Stellen, etwa
von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) oder der
US-Behörde für Flugaufsicht FAA. „Die eine Fluggesellschaft hält sich
dran, die andere nicht, jeder macht seine eigene Risikobewertung.
Dabei spielen natürlich auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle.
Diese dürfen aber niemals höher bewertet werden als
Sicherheitsaspekte.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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