NOZ: Imam-Ausbildung in Niedersachsen weiter unklar: Grüne kritisieren Minister

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Imam-Ausbildung in Niedersachsen weiter unklar:
Grüne kritisieren Minister

Viehoff: Islamische Theologen brauchen Perspektive –
Institutsleiter Ucar fordert Besetzung von Professorenstellen

Osnabrück. Die niedersächsischen Grünen kritisieren den Stillstand
bei der Imam-Ausbildung in Niedersachsen. „Nach den vollmundigen
Ankündigungen von Minister Thümler im letzten Jahr ist bis heute
nichts passiert“, kritisierte die wissenschaftspolitische Sprecherin
der Grünen im niedersächsischen Landtag, Eva Viehoff, gegenüber der
„Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Weder die Groko noch die
Landesregierung hat bis heute einen Vorschlag erarbeitet, der im
Parlament beraten werden könnte.“ Der niedersächsische
Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hatte im September
vergangenen Jahres vorgeschlagen, dass Absolventen des
Masterstudiengangs Islamische Theologie an der Universität Osnabrück
künftig jeweils zur Hälfte in Moscheegemeinden und an
niedersächsischen Schulen arbeiten könnten.

Viehoff bemängelte: „SPD und CDU sprechen zwar immer viel von der
Wichtigkeit von Integration von Muslimen in Deutschland, unterstützen
aber die geeigneten Mittel dafür wie die Imam-Ausbildung in Osnabrück
nicht ausreichend.“ Die Studentenzahlen am Osnabrücker Islaminstitut
sind rückläufig. Die Grünen fürchten nun um den Standort: Die Zahlen
zeigten, „dass es mit einem guten Ausbildungsort nicht getan ist“,
erklärte Viehoff. „Die Landesregierung muss nun schnellstens
gemeinsam mit den islamischen Verbänden im Land daran arbeiten, den
Absolventen aus Osnabrück auch eine berufliche Perspektive zu
bieten.“

Auch an der Uni Osnabrück fürchtet man um die Attraktivität des
Studiengangs. Der Direktor des Instituts für Islamische Theologie,
Professor Bülent Ucar, teilte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf
Anfrage mit: „Die fehlenden Berufsperspektiven und die unvollständige
Besetzung der vom Land zugewiesenen Professuren verschlechtern unsere
wissenschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, was zu Abwanderung und
Rückgang der Studierendenzahlen führt.“ Von acht Professuren am
Institut seien nur vier regulär besetzt, zwei weitere würden
vertreten und zwei seien vakant. Ucar fordert nun von Land und
Universitätsleitung, die Stellen freizugeben.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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