NOZ: Zahl der minderjährigen Rekruten in der Bundeswehr 2018 deutlich gesunken

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Zahl der minderjährigen Rekruten in der
Bundeswehr 2018 deutlich gesunken

Erstmals seit Jahren Rückgang – Linke fordert Rekrutierungsstopp

Osnabrück. Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 1679 Soldatinnen
und Soldaten eingestellt, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig
waren. Dies war ein deutlicher Rückgang um etwas mehr als 20 Prozent
gegenüber dem Rekordjahr 2017, als die Truppe mit 2128 so viele
Minderjährige wie noch nie ausgebildet hatte. Das berichtet die „Neue
Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf Zahlen des
Bundesverteidigungsministeriums. Der seit fünf Jahren anhaltende
Aufwärtstrend wurde damit erstmalig gestoppt. Waren es 2013 erst 1152
minderjährige Rekruten, stieg die Zahl danach kontinuierlich (2014:
1463, 2015: 1515, 2016: 1908, 2017: 2128 Minderjährige).

Im vergangenen Jahr befanden sich unter den Minderjährigen nach
Ministeriumsangaben 313 junge Frauen. Nach dem Absolvieren ihrer
sechsmonatigen Probezeit seien 60 Prozent der 17-jährigen Rekruten
volljährig gewesen. Der Anteil der Minderjährigen an den insgesamt
20.012 eingestellten Soldaten sank 2018 im Vergleich zum Vorjahr von
9,1 auf 8,4 Prozent. Gründe für den Rückgang nannte das
Verteidigungsministerium nicht. Eine Sprecherin sagte: „An der
Einstellungspraxis der Bundeswehr hat sich nichts geändert.“ Nach
Ansicht der Linken hat die öffentliche Kritik der vergangenen Jahre
Wirkung gezeigt. Dies habe sicher „so manche Jugendliche oder deren
Eltern von der Idee wieder abgebracht“, sagte der kinder- und
jugendpolitische Sprecher der Linken-Fraktion, Norbert Müller, der
„NOZ“. Ein weiterer Grund könnte sein, dass auch Arbeitgeber mit
einem ähnlichen Anforderungsprofil nachgelegt hätten, etwa die
Bundespolizei oder der Zoll. Müller fordert einen generellen
Anwerbestopp für Minderjährige, weil der Jugendschutz in einer
Kaserne nicht gewährleistet sei: „In dem Alter dürfen junge Menschen
in der Regel weder wählen noch Autofahren, aber ausgerechnet die
militärische Ausbildung wollen wir ihnen erlauben.“ Der
Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels, begrüßte die
rückläufige Entwicklung und sagte der „NOZ“: „Der Trend geht in die
richtige Richtung.“ Zugleich mahnte er: „Die Einstellung von
Minderjährigen in der Bundeswehr muss die Ausnahme bleiben und darf
nicht zur Regel werden.“ Der SPD-Politiker verwies darauf, dass in
den Wehrpflichtzeiten laut Grundgesetz erwachsene, mündige
Staatsbürger in Uniform zum Wehrdienst verpflichtet waren, mindestens
18-Jährige: „Diesen Maßstab sollte die Regierung immer im Auge
behalten“, betonte Bartels.

Bewerber für die Bundeswehr müssen mindestens 17 Jahre alt sein,
die Zustimmung der Eltern haben und eine sechsmonatige Probezeit
absolvieren. Die 17-Jährigen sind nicht so einsetzbar wie andere
Soldaten, sie dürfen weder für den Wachdienst eingeteilt werden noch
an Auslandseinsätzen teilnehmen und Waffen nur zu Ausbildungszwecken
benutzen. Die Ministeriumssprecherin betonte: „Die bestehende
Rekrutierungspraxis der Bundeswehr steht damit in vollem Einklang mit
den völkerrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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