NOZ:Ökonom Gerken sieht EZB-Maßnahmen als Akt der Verzweiflung

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Gerken sieht EZB-Maßnahmen als Akt der
Verzweiflung

Ökonom: Notenbank hat ihr Pulver verschossen

Osnabrück. Ökonom Lüder Gerken hat die jüngsten Beschlüsse der
Europäischen Zentralbank (EZB) als „Akt der Verzweiflung“ eingestuft.
„Im Grunde genommen hat die EZB ihr Pulver verschossen. Sie versucht,
die haushaltspolitischen Versäumnisse der Mitgliedstaaten
auszugleichen. Das wird ihr nicht gelingen“, sagte der Direktor des
Centrums für europäische Politik (CEP) im Gespräch mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“.

Die Notenbank hatte am Donnerstag ein Maßnahmenpaket vorgestellt,
mit dem die Wirtschaft angekurbelt und die Inflationsrate auf knapp
unter 2 Prozent gebracht werden soll.

„Die Situation ist völlig verfahren“, sagte Gerken. „Das
Kernproblem ist, dass die Mitgliedstaaten die letzten acht bis neun
Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Sie haben weder die
Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt noch ihre Haushalte saniert.“
Nachdem die Zentralbank sich 2010 bereit erklärt habe, kriselnden
Staaten vorübergehend unter die Arme zu greifen, stecke sie nun in
einem „Dilemma, aus dem die EZB nicht mehr herauskommt“. Er
befürchte, dass die ultralockere Geldpolitik unter Mario Draghi von
der neuen EZB-Präsidentin Christine Lagarde fortgesetzt werde. Auch
weitere außergewöhnliche Maßnahmen wie Aktienkäufe könne man nicht
ausschließen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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