NOZ: Sozialverband VdK: Verzögerung der Grundrente “herbe Enttäuschung”

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Sozialverband VdK: Verzögerung der Grundrente “herbe
Enttäuschung”

Präsidentin Bentele: “Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass die hart
arbeitende Bevölkerung im Alter an der Tafel ansteht und im Park Pfandflaschen
sammelt”

Osnabrück. Die weitere Verzögerung der in der Großen Koalition umstrittenen
Grundrente ist nach Ansicht des Sozialverbandes VdK Deutschland “eine herbe
Enttäuschung” für die Betroffenen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte der
“Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Das parteipolitische Taktieren muss endlich ein
Ende haben und darf nicht weiter zulasten der vielen Menschen gehen, die trotz
jahrzehntelanger Arbeit im Alter in Armut leben. Es führt in erster Linie dazu,
dass das Vertrauen in eine handlungsfähige Politik schwindet.” Bei einer
möglichen Einkommensprüfung sei für den VdK entscheidend, “dass unterm Strich
möglichst viele von der Grundrente profitieren und kein zusätzliches
bürokratisches Monster entsteht”.

Bentele kritisierte, in der aktuellen Debatte werde die Grundrente immer wieder
als Geschenk bezeichnet. Dies sei absurd und geradezu zynisch. “Die Grundrente
ist Lohn für die Lebensleistung von Menschen, die ein Leben lang gearbeitet,
Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben – für die Altenpflegerin genauso
wie die Verkäuferin und den Busfahrer. Wir dürfen nicht länger hinnehmen, dass
die hart arbeitende Bevölkerung im Alter an der Tafel ansteht, im Park
Pfandflaschen sammelt oder im Supermarkt Regale einräumen muss, weil sie mit
ihrer kargen Rente nicht über die Runden kommt.”

Letztlich sei die Einführung einer Grundrente vor allem für die jüngere
Generation ein wichtiges Signal der Politik, so die VdK-Präsidentin weiter.
“Auch die angehende Friseurin muss darauf vertrauen können, dass ihr am Ende des
Erwerbslebens der Gang aufs Sozialamt erspart bleibt.”

Wegen noch offener Fragen bei der Grundrente ist das für Montag geplante
Spitzentreffen der Koalition auf den 10. November verschoben worden. Es gebe
noch offene Punkte, die im Laufe dieser Woche sorgfältig geklärt werden sollten,
teilte die CDU mit. Von der SPD hieß es, die Verschiebung sei von der Union
ausgegangen. Die Arbeitsgruppe zu dem Thema habe gute Vorarbeit geleistet.

Einigkeit besteht zwischen Union und SPD darüber, dass alle, die 35 Jahre an
Beitragszeiten aufweisen, eine Rente zehn Prozent oberhalb der Grundsicherung
bekommen sollen. Das war auch im Koalitionsvertrag vereinbart worden. Allerdings
streiten Union und SPD darüber, wer genau den Rentenaufschlag erhalten soll. Die
Union pocht auf die im Koalitionsvertrag festgehaltene Prüfung der tatsächlichen
Bedürftigkeit, die SPD lehnt dies ab.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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