NRZ: Wird Merz der neue Scharping? – von MANFRED LACHNIET

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Es war im Sommer 1993, als die SPD als erste Partei
ihren Vorsitzenden per Mitgliederentscheid bestimmte. Zur Wahl
standen damals Rudolf Scharping, Gerhard Schröder und Heidemarie
Wieczorek-Zeul. Zwei Männer, eine Frau. Also eine ähnliche
Konstellation wie jetzt bei der CDU.

Bei den Sozialdemokraten gewann damals Scharping mit
überraschenden 40 Prozent; Schröder holte 33 Prozent. Doch am Ende
wurde Kohl erneut Bundeskanzler, Schröder musste dafür bis 1998
warten.

Das Beispiel zeigt: Der Wunschkandidat des Parteivolks kommt nicht
automatisch auch in der übrigen Bevölkerung gut an. Friedrich Merz
hat zwar in der Union, in der Wirtschaft und auch in zahlreichen
Medien viele Bewunderer. Doch ob das am Ende auch für eine
Bundestagswahl ausreicht, ist noch die Frage. Nicht nur seine
Aussagen zum eigenen Einkommen oder die Empfehlung, zur privaten
Altersvorsorge Aktien zu kaufen, haben manchen Bürger irritiert. Man
darf gespannt sein, wie die CDU-Delegierten das alles am kommenden
Freitag bewerten.

Grundsätzlich ist es gut und richtig, dass die Union die
Entscheidung über ihre zukünftige Ausrichtung so offen austrägt.
Jeder weiß nun, was er von wem zu erwarten hat. So viel Transparenz
tut der Demokratie gut.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

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