Offshore-Windpark: Zahlreichen Stadtwerken droht Verlust von 61 Millionen Euro

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Offshore-Windpark: Zahlreichen Stadtwerken droht Verlust von 61 Millionen Euro

Insolvenz verzögerte Anschluss ans Netz – Betreiber und Niedersachsen fordern Härtefallregelung

Osnabrück. Weil ein gemeinsam betriebener Offshore-Windpark verspätet ans Netz gegangen ist, droht zahlreichen Stadtwerken jetzt ein Millionenverlust. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, geht es dabei nach Angaben der Betreiber des Windparks „Trianel Borkum II“ um eine Summe von 61 Millionen Euro. Hintergrund sind Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Parks nach der Insolvenz eines Windanlagenbauers. Statt wie geplant schon im Jahr 2019, gingen 16 der insgesamt 32 Anlagen erst in diesem Jahr ins Netz. Für sie erhalten die Betreiber nun in den kommenden Jahren eine geringere Einspeisevergütung.

Hinter dem Windpark stehen der Oldenburger Energieversorger EWE, ein Joint Venture aus der Schweiz sowie mehr als 15 Stadtwerke aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Sie haben insgesamt gut 800 Millionen Euro in das Projekt investiert und fordern nun eine Härtefallregelung von der Bundesregierung. Die im Sommer vom Kabinett beschlossene Reform des sogenannten Windenergie-auf-See-Gesetzes sieht zwar Fristverlängerungen im Fall von Insolvenzen vor. Es greift aber nicht rückwirkend für den Präzedenzfall Trianel.

Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung der beteiligten Stadtwerke Bochum, betonte, den kommunalen Betreibern des Windparks entstehe vollkommen unverschuldet erheblicher Schaden. Dass eine Härtefallregelung für das Projekt verwehrt bleibe, sei „ein Schlag in das Gesicht der Energiewendetreiber vor Ort“. EWE-Vorstandschef Stefan Dohler sprach von einem „fatalen Signal an alle, die frühzeitig in Klimaschutz investieren“. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) unterstützte die Forderung der Unternehmen. Eine Härtefallregelung „muss auch für den Trianel-Windpark gelten. Alles andere ist nicht zu vermitteln“, teilte der Minister der „NOZ“ mit. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte die Forderung auf Anfrage der Zeitung indes nicht kommentieren.

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