Ostukraine: Kinder in Lebensgefahr / SOS-Kinderdörfer warnen vor Winter-Katastrophe

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Aufgrund der jahrelangen Kriegssituation ist der Gesundheitszustand
der Menschen in der Ostukraine alarmierend. Die Hilfsorganisation
SOS-Kinderdörfer warnt dringlich, dass der bevorstehende Wintereinbruch die
Situation noch dramatisch verschärfen könnte.

“Die Menschen können nicht mehr. Sie sind erschöpft, Herzinfarkte oder
psychische Zusammenbrüche häufen sich, Tuberkuloseerkrankungen nehmen zu und
Kinder erhalten kaum noch Impfschutz. Für sie ist die Situation besonders
schlimm. Wenn jetzt auch noch der Winter kommt, droht uns ein gesundheitlicher
Kollaps”, sagt Serhii Lukashov, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine.

38 Prozent der Bewohner innerhalb der ersten 20 Kilometer zur Kontaktlinie
mangle es an ausreichender ärztlicher Versorgung, innerhalb der ersten fünf
Kilometer seien es sogar 57 Prozent*. Insgesamt 50 Dörfer mit 68.000 Einwohnern
seien aufgrund der andauernden Gefechte komplett abgeschnitten. “Hier gibt es
keine Versorgung mehr. Es fehlt an Ärzten, Wasserversorgung, Müllabfuhr”, sagt
Lukashov.

Allein 35 Prozent der Kliniken seien durch die Gefechte zerstört worden und
außer Betrieb, etliche weitere Einrichtungen seien dringend reparaturbedürftig.
Auch das medizinische Personal fehle. “In den von der Regierung kontrollierten
Gebieten der Oblast Luhansk gibt es nach Angaben der Behörden 40 Prozent zu
wenig Ärzte und kaum Krankenschwestern. Entlang der Frontlinie fehlen
Entbindungsstationen und Spezialisten wie Neurologen oder Optiker. Das
verbleibende ärztliche Personal ist oft schlecht ausgebildet und mit der Lage
überfordert”, sagt Lukashov. Krankenwagen führen aufgrund der hohen Minengefahr
oder aus Mangel an Treibstoff nur sehr eingeschränkt und wegen der andauernden
Gefechte prinzipiell nicht nach Einbruch der Dunkelheit.

Vor allem für die Kinder sei die Situation oft lebensbedrohlich. “Allein eine
Diagnose zu bekommen, dauert bis zu zwei Monate. In dieser Zeit verschlimmern
sich die Symptome häufig oder die Kinder werden in der Not mit den falschen
Medikamenten behandelt”, sagt Lukashov. Besser ausgestattete Kliniken finde man
nur in den größeren Städten, “aber der Weg dorthin ist weit, die Fahrt ist teuer
und die Straßen sind in einem Zustand, den man keinem Kranken zumuten möchte.”

Wenn nun der Winter kommt, drohe eine humanitäre Katastrophe – zumal auch die
Häuser der Ostukrainer in einem miserablen Zustand seien. Allein in den von der
Regierung kontrollierten Gebieten der Oblast Luhansk müssten 1200 Häuser
dringend repariert werden.

* Quelle: UNOCHA

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

Original-Content von: SOS-Kinderdörfer weltweit, übermittelt durch news aktuell

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