Rheinische Post: Kommentar / Erdogan unerwünscht = VON MARTIN KESSLER

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Absolute Macht macht einsam. Damit muss der
türkische Autokrat Recep Tayyip Erdogan bei seinem Deutschlandbesuch
leben. Viele Politiker der ersten Reihe, allen voran Kanzlerin Angela
Merkel, haben das Staatsbankett in Berlin abgesagt. Zur Eröffnung der
Moschee in Köln kommen weder die Oberbürgermeisterin noch der
Architekt Paul Böhm.

Erdogan mag das in seiner selbstgerechten Art nicht anfechten. Er
sieht sich lieber als Opfer der westlichen Arroganz gegenüber dem
stolzen türkischen Volk. Leider folgen viele seiner Landsleute und
nicht wenige Migranten auch hierzulande dieser Rhetorik.

Deshalb wäre es sinnvoller, wenn deutsche Politiker sich nicht nur
auf Arbeitsebene mit dem umstrittenen Präsidenten träfen, sondern
auch bei festlichen Gelegenheiten. Auch hier könnten sie – in
gesetzten Worten – die fehlende Religions-, Meinungs- und
Pressefreiheit in der Türkei anprangern. In einer Moschee, die auch
mit deutschen öffentlichen Geldern gebaut wurde, würde sich das
besonders gut darstellen lassen. Eine verpasste Chance, schade.

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Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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