Rheinische Post: Kommentar / Euro auf Entziehungskur = Von Antje Höning

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Noch müssen sich die Sparer gedulden, die
Währungshüter haben in Riga noch nicht mal über einen Zeitplan zur
Leitzins-Anhebung gesprochen. Und doch ist ein Ende der Leiden in
Sicht. Die EZB will das Programm zum billionenschweren Anleiheankauf
auslaufen lassen. Endlich. Sie hatte es einst gestartet, um die
Eurozone zu stabilisieren, und ist dabei bis an die Grenzen ihres
Mandats gegangen. Inzwischen ist nicht nur die Inflation zurück. Die
EZB droht auch Hauptgläubiger einzelner Staaten zu werden. Das aber
muss Mario Draghi verhindern, um die Glaubwürdigkeit der Notenbank zu
retten, der Staatsfinanzierung verboten ist. Billiges Geld war eine
Droge, die die Euro-Zone zusammengehalten hat. Und wie bei jeder
Droge darf es keinen kalten Entzug geben, damit der Patient nicht
kollabiert. Entsprechend behutsam geht nun die EZB vor: Sie stoppt
die Käufe, zieht das Geld aber nicht aus dem Markt. So soll ihr
suchtkranker Patient langsam entwöhnt werden. Das gefällt Anlegern.
Zugleich bekommen Bauherren noch eine Schonfrist, bevor
Immobilienkredite wieder teuer werden.

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