Rheinische Post: Kommentar / Müde Klimapolitik = Von Eva Quadbeck

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Union und SPD unterlaufen immer noch die
Bedeutung des Klimawandels – in seiner praktischen und in seiner
politischen Dimension. Der Klimawandel hat eine ökonomisch und
gesellschaftlich ähnlich umwälzende Wirkung wie die Digitalisierung.
Auf beiden Feldern agiert die große Koalition schwerfällig und ohne
Ehrgeiz.

Die Grünen haben zurzeit Hochkonjunktur, weil sich in der
Bevölkerung der Eindruck festgesetzt hat, dass die große Koalition
von der Diesel-Frage bis zur CO2-Reduktion in Sachen Klima nicht
handlungsfähig ist. Zwar gibt es nun einen passablen Kompromiss zum
Kohleausstieg, aber keinen Minister, der diesen beherzt umsetzt. Und
auch die Kanzlerin, die einst Umweltministerin war und die
freitäglichen Schülerdemos gefällig kommentierte, hält bei der
Klimafrage die Zügel viel zu locker in der Hand. Wegen dieser
ambitionslosen Politik erreicht Deutschland die selbst gesteckten
Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes nicht.

Die bisherige Bilanz der Energiewende fällt dürftig aus. Die
Bürger zahlen einen hohen Preis bei geringer Wirkung für den
Klimaschutz.

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