Rheinische Post: Kommentar: Nach tödlichem Marsch wachsen die Zweifel

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Es ist nachvollziehbar, dass das Ministerium
weiter vor Schuldzuweisungen im Fall der verhängnisvollen Fußmärsche
von Munster mit einem toten, einem lebensgefährlich und zwei schwer
verletzten Soldaten warnt. Offenkundig gibt es keinen Ansatzpunkt, um
alle elf Ausfallerscheinungen zu erklären, bislang nur ein jeweils
individuelles Zusammenspiel verschiedener möglicher Ursachen. Es
liegt auf der Hand, dass auch die Ausbilder emotional schwer
betroffen sind. Man hätte ihnen aber mehr Gefühl bereits am 19. Juli
gewünscht. Wenn einer bereits kollabiert ist, warum verschärfen sie
dann die Schikane mit Liegestützen? Wenn dann weitere
zusammenbrechen, warum hängen sie weitere sechs Kilometer dran? Vor
diesen Fragen kann sie keine Dienstvorschrift, kein Verweis auf
fehlende Vorgesetzte bewahren. Mit jedem Zwischenbericht werden die
Fragen nicht weniger, sondern die Zweifel größer. Ein Satz sticht
heraus: „Wäre es eine erzieherische Maßnahme gewesen, wäre sie
falsch.“ Dass die Truppe in sechs Wochen intensiver Untersuchung
nicht einmal klären konnte, ob das hier Strafmärsche waren, wofür so
vieles spricht, ist ein Armutszeugnis.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

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