Rheinische Post: Kommentar: Trump hat keine Strategie für Syrien

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Es gibt wahrhaftig gute Gründe, militärisch
gegen Syriens Diktator Baschar al Assad vorzugehen, der vor keiner
Gräueltat zurückschreckt, um sich an der Macht zu halten. Wenn nicht
einmal der wiederholte Einsatz geächteter Chemiewaffen gegen
Zivilisten einen Vergeltungsschlag rechtfertigt, was dann? Doch wenn
ein solcher Angriff Assad wirklich davon abschrecken sollte,
weiterhin Menschen wie Ungeziefer zu vergasen, dann dürfte er sich
nicht auf die symbolische Zerstörung zuvor geräumter Kasernen oder
leerer Flugzeughangars beschränken – er müsste gezielt die
militärischen Nervenzentren des Regimes angreifen. Es wäre ein echtes
Eingreifen in den syrischen Krieg. Man darf bezweifeln, ob
US-Präsident Donald Trump zu solcher Entschlossenheit wirklich fähig
ist. Hinter seiner Angriffsankündigung – verbreitet per Twitter im
Tonfall eines Halbstarken – steckt alles mögliche, nur keine
Strategie für Syrien. Trump, das hat er immer wieder zu erkennen
gegeben, hat das amerikanische Engagement in Nahost gründlich satt.
Und weil Assad sowie seine russischen und iranischen Verbündeten das
ganz genau wissen, werden sie wohl einfach warten, bis der
Pulverdampf sich verzogen hat. Und dann munter weitermorden.

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