Rheinische Post: Kommentar / Vollbeschäftigung kostet = Von Birgit Marschall

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Wer von Vollbeschäftigung spricht, muss auch
sagen, was er darunter versteht. Geht es darum, allen Bürgern im
Erwerbsalter, die arbeiten möchten, eine Arbeit zu ermöglichen, liegt
dieses Ziel in weiter Ferne. Geht es aber zunächst „nur“ um die
Senkung der Arbeitslosenquote unter jene Marke von vier Prozent, die
Fachleute gerne als Synonym für Vollbeschäftigung nehmen, rückt sie
in greifbare Nähe. Die Union verspricht nicht zu viel, wenn sie im
Wahlkampf ankündigt, bis zum Jahr 2025 Vollbeschäftigung zu
erreichen. Das Jahr 2025 ist geschickt ausgewählt, denn es liegt weit
jenseits der nächsten Legislaturperiode. Die nächste Regierung wird
daran also gar nicht gemessen werden können. Trotzdem wird sie sich
sichtbar auf das Ziel zubewegen müssen. Das kann sie nur, wenn sie
endlich die über eine Million Langzeitarbeitslosen stärker in den
Fokus nimmt. Viele brauchen gezielte persönliche Coaching-Programme,
die sehr teuer sein werden. Die Union muss hier mit beherzten
Maßnahmen beweisen, dass sie es mit dem Vollbeschäftigungsziel
wirklich ernst meint.

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