Rheinische Post: Kommentar: Was Deutschland an seinen Zivis hatte

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Solange kein Atomkraftwerk explodiert oder
Unwetter über Deutschland hereinbrechen, ist der Katastrophenschutz
kaum ein Thema. Das ist fatal. Denn wenn er gebraucht wird, ist der
koordinierte Flächeneinsatz von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und
Technischem Hilfswerk die einzige Chance. Der Katastrophenschutz hat
mit Personalknappheit zu kämpfen. Auch in der Altenpflege und anderen
sozialen Bereichen fehlt es an bezahlbaren Kräften. Alles Aufgaben,
für die früher rund 100.000 Zivildienstleistende zur Verfügung
standen. Fünf Jahre nach der Aussetzung der Wehrpflicht sieht
Deutschland nun, was es an seinen Zivis hatte. Als die
Bundesregierung sich 2011 dazu entschloss, wurde dieser Aspekt
offenbar unzureichend bedacht. Der damals eingeführte
Bundesfreiwilligendienst ersetzt bis heute bestenfalls die Hälfte der
damaligen Zivis. Beim Katastrophenschutz verlässt die Politik sich
nun überwiegend auf das Ehrenamt. Wenn das dauerhaft funktionieren
soll, muss sie auch mehr für das Ehrenamt tun: Kostenlose
Versicherungen und Ausgleichszahlungen für Arbeitgeber zum Beispiel,
die Ehrenamtler freistellen. Bundesverdienstkreuze allein reichen
nicht.

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Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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