Rheinische Post: Neues Brexit-Votum Kommentar Von Antje Höning

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Theresa May hält sich für klug: Die
Premierministerin legt ein Szenario vor für den Fall, dass die
Gespräche mit der EU über einen geregelten Austritt scheitern. Wir
sind auf alles vorbereitet, soll wohl die Botschaft lauten.
Tatsächlich dürften nun viele Briten erkennen, was ein No-Deal-Brexit
bedeutet: eine schwere Rezession für ihre Wirtschaft und
Einschränkungen im Alltag. Europa kann May ohnehin nicht
beeindrucken: Ein wilder Brexit würde Großbritannien mehr schaden als
der EU. Die britischen Konservativen versagen auf ganzer Linie: Schon
der frühere Premier David Cameron hatte das Brexit-Votum aus
Parteitaktik angesetzt. Nun setzt May es aus Parteitaktik blind um.
Winston Churchill, der kein Freund der Vereinigten Staaten von Europa
war, aber der europäischen Idee, würde sich im Grabe umdrehen. Ein
souveräner Premier würde nun eine neue Brexit-Abstimmung ansetzen.
Denn erst jetzt können viele Briten überblicken, was auf dem Spiel
steht. Ein zweites Votum wäre, anders als May meint, auch höchst
demokratisch: Demokratie kann sich irren, aber eben auch korrigieren.

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