Rheinische Post: Protest ja – Besetzung nein Kommentar Von Martin Kessler

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Es ist ein Szenario wie gemacht für die Grünen.
Auf der einen Seite ein 12.000 Jahre alter Eichenwald mit seltenen
Tierarten, auf der anderen Seite ein gieriger Konzern, der mit einem
umstrittenen Rechtstitel diesen Forst zugunsten des Profits abholzen
will. Doch ganz so einfach ist es nicht. Der Energiekonzern RWE
handelt im Einklang mit dem Betriebsplan zum Abbau der Braunkohle.
Und der wurde von allen Landesregierungen akzeptiert. Er darf also
seine Geschäftsinteressen verfolgen. Und dazu gehört auch die Rodung
des Hambacher Forsts, so berechtigt der Protest dagegen ist. Wenn
Grünen-Politiker sich an Bäume ketten, handeln sie rechtswidrig. Denn
die Rodung selbst löst keine Klimakatastrophe aus und rechtfertigt
keinen zivilen Ungehorsam. Ob Konzern und Landesregierung klug
beraten sind, ist eine andere Frage. Gibt es keine andere Möglichkeit
als Abholzung, um den Tagebau in Hambach weiterzuführen? Und muss die
NRW-Landesregierung den Brandschutz für die Räumung bemühen, obwohl
die Baumhütten seit Jahren unbeanstandet bestehen? Die
Landesregierung muss Recht durchsetzen, aber die Spielchen mit dem
Brandschutz lassen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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