Rheinische Post: Orthografie-Experiment

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von Matthias Beermann

Schreib, wie du sprichst – der Rest kommt von ganz allein. Nach
dieser Methode, einst ersonnen in reformpädagogischem Überschwang,
sollen Grundschüler lesen und schreiben lernen. Lehrer, die dem
Konzept „Lesen durch Schreiben“ verfallen sind, schwärmen von der
Kreativität, mit der sich die Kinder die wichtigste Kulturtechnik
angeblich spielerisch wie von selbst erarbeiten. Eltern, die sich mit
obskuren Anlauttabellen und der anarchischen Rechtschreibung ihrer
Sprösslinge herumschlagen müssen, wissen es längst besser: Die
hochgelobte Methode hat ganze Jahrgänge von Orthografie-Krüppeln
produziert. Das ist keine Petitesse. Korrekte Rechtschreibung ist
auch heute noch die Basis für schulischen und beruflichen Erfolg. Am
Ende, liebe Pädagogen, zählt nicht der Weg, nicht das Konzept, es
zählt das Ergebnis. Und da, das ergibt eine neue Studie, zeigt sich
die traditionelle Fibel-Methode deutlich überlegen – gerade auch bei
Kindern, die mit mehreren Sprachen aufwachsen. Es ist also höchste
Zeit, das gescheiterte Rechtschreibexperiment an unseren Grundschulen
einzustellen.

Pressekontakt:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2621

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