Rohingya dürfen nicht vergessen werden (FOTO)

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Gemeinsame Mitteilung von Caritas international und Diakonie
Katastrophenhilfe

Fast ein Jahr nach Beginn der brutalen Vertreibung der
muslimischen Minderheit nach Bangladesch muss die Not der
vertriebenen Rohingya endlich wieder ins öffentliche Bewusstsein
gerückt werden. Das fordern Caritas international und Diakonie
Katastrophenhilfe anlässlich ihrer gemeinsamen Aktion Die größte
Katastrophe ist das Vergessen.

„Dass wir aktuell seltener dramatische Bilder aus Bangladesch
sehen, bedeutet nicht, dass auch die Not der Menschen verschwunden
ist“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie
Katastrophenhilfe. „Ganz im Gegenteil: Wir befürchten, dass sich die
Lage der Rohingya während der Regenzeit über die Sommermonate weiter
zuspitzen wird und die provisorischen Hütten der Menschen vielerorts
einfach weggespült werden.“

„Die Menschen müssen in stabilere und sichere Unterkünfte kommen“,
fordert Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. „Vor
allem, weil niemand weiß, wie die Zukunft der Rohingya aussieht und
wie lange sie noch in dem Flüchtlingscamp ausharren müssen.“ Die
Rohingya gelten als Staatenlose, die sich auch in Bangladesch nicht
dauerhaft niederlassen sollen. „Ihr unklarer rechtlicher Status darf
aber nicht dazu führen, dass sie zum Spielball zwischen Bangladesch
und Myanmar werden“, kritisiert Cornelia Füllkrug-Weitzel. Ein
Abkommen zur Rückkehr der Rohingya zwischen den Staaten wurde zwar
vereinbart, zur Umsetzung ist es bislang jedoch nicht gekommen. Die
Flüchtlinge selbst haben Angst und verlangen Garantien sowie
Bürgerrechte, bevor sie den Schritt zurück nach Myanmar wagen. „Die
Weltgemeinschaft muss ihre diplomatischen Bemühungen deutlich
intensivieren, damit den Menschen nachhaltig geholfen werden kann“,
fordern Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe.

Ende August des vergangenen Jahres begann die massenhafte
Vertreibung der Rohingya aus Myanmar. Ganze Dörfer wurden
niedergebrannt. Viele Rohingya erzählen von brutalen Massentötungen
und Vergewaltigungen. Etwa 700.000 Menschen der ethnischen Minderheit
sind in kürzester Zeit nach Bangladesch geflohen. Dort leben die
meisten von ihnen im Flüchtlingscamp Kutupalong nahe der Stadt Cox–s
Bazar. Hilfe benötigt auch Bangladesch, eines der ärmsten Länder der
Welt. Auch die Bewohner und Bewohnerinnen der Umgebung des riesigen
Flüchtlingscamps stehen durch Preissteigerungen und die völlig
überlastete Infrastruktur vor riesigen Problemen.

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe sind mit
ihren lokalen Partnerorganisationen in dem Flüchtlingscamp in
Bangladesch aktiv und unterstützen die Menschen unter anderem mit
Lebensmitteln, Brennstoff und Kochgeschirr. Um die hygienische
Situation und die Versorgung mit sauberem Wasser in dem Camp zu
verbessern, bauen die Hilfsorganisationen Latrinen mit Abwassertanks
und bohren Tiefbrunnen. Caritas Bangladesch hat gemäß
Regierungsvorgaben und in Kooperation mit dem UN Flüchtlingshilfswerk
bereits 2.260 Übergangsunterkünfte gebaut, weitere 2.300 sind
geplant. Bisher konnten 400.000 Menschen mit den verschiedenen Hilfen
der beiden kirchlichen Werke erreicht werden.

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe weisen mit
der Aktion Die größte Katastrophe ist das Vergessen jedes Jahr auf
humanitäre Katastrophen hin, die von der Öffentlichkeit wenig
wahrgenommen werden.

Weitere Informationen:
http://www.caritas-international.de/vergessene-katastrophen
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/vergessene-katastrophen

Caritas international, Freiburg
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
Stichwort: Vergessene Krisen: Rohingya
Online unter: www.caritas-international.de

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Rohingya
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Pressekontakte:
Reiner Fritz, Tel.: 0761 200 515,
reiner.fritz@caritas.de
Thomas Beckmann, Tel.: 030 65211 1443,
thomas.beckmann@diakonie-katastrophenhilfe.de

Diese Pressemitteilung wird von Caritas international und der
Diakonie Katastrophenhilfe verschickt. Wir bitten Doppelsendungen zu
entschuldigen.

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und
gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 165 nationalen
Mitgliedsverbänden.

Pressekontakt:
Deutscher Caritasverband,
Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit,
Karlstr. 40,
79104 Freiburg.
Telefon 0761 / 200-0.
Michael Brücker (verantwortlich, Durchwahl -293),
Reiner Fritz (Durchwahl -515)
www.caritas-international.de

Original-Content von: Caritas international, übermittelt durch news aktuell

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