Saarbrücker Zeitung: Staatsministerin Özoguz warnt vor pauschaler Kritik an Deutsch-Türken – Mehrheit der Migranten nahm an Referendum gar nicht teil

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Integrations-Staatsministerin Aydan
Özoguz (SPD) hat davor gewarnt, die in Deutschland lebenden Türken
wegen ihres Abstimmungsverhaltens beim Referendum pauschal zu
kritisieren. In der Saarbrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe) sagte
Özoguz: „Unter dem Strich haben nur etwa 14 Prozent aller hier
lebenden Deutsch-Türken mit Ja gestimmt. Das ist klar nicht die
Mehrheit. Das muss man mal zur Kenntnis nehmen.“ Die Politikerin wies
darauf hin, dass die meisten Migranten gar nicht zur Wahl gegangen
seien. Das Auftreten von Nationalisten unter den Migranten sei
darüber hinaus „keine Besonderheit der Deutsch-Türken, so wenig es
uns gefallen kann“, sagte Özoguz. Das gebe es unter allen
Migrantengruppen auch in anderen Ländern. Die Staatsministerin rief
zur „Mäßigung“ in der Debatte darüber auf. „Man kann das kritisieren,
auch hart, aber man darf nicht immer wieder so tun, als kämen diese
Menschen von einem anderen Stern.“ Forderungen aus der Union, die
EU-Beitrittsgespräche zu stoppen, lehnte Özoguz ab. „Noch bevor ein
amtliches Ergebnis vorliegt, ist jede derartige Forderung überzogen
und verfrüht.“ Zudem müsse abgewartet werden, „was Erdogan mit der
neuen Machtfülle macht“. Das Präsidialsystem allein sei kein
Ausschlussgrund. „Die Frage ist, wie es weiter geht. Die Einführung
der Todesstrafe ist klar eine rote Linie“, so die Staatsministerin.

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Saarbrücker Zeitung
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