Schwäbische Zeitung: Pokerspiele in München – Kommentar

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Horst Seehofer pokert gerne. Diesmal geht es um
besonders hohen Einsatz. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition in
Bayern ist in Gefahr, weil der CSU-Chef die Liberalen zwingen möchte,
freiwillig auf die Studiengebühren zu verzichten, die einst von der
CSU erfunden wurden.

Klar ist die Sache, wenn es nach Volkes Willen geht: Der hohe
Zuspruch zum Volksbegehren überrascht auch die Initiatoren. Dieser
Umstand – und sonst nichts – treibt Seehofer, der auch nach den
Landtagswahlen im September weiterregieren will. Und das nicht
unbedingt mit der FDP.

So kommt ein Bündnis in Gefahr, das über weite Strecken durch
herzliche Abneigung geprägt ist, auf Gegenseitigkeit. Meistens ist
die Bayern-FDP schwärzer als die Seehofer-CSU, zumal in
Wirtschaftsfragen und im Sozialen, das Seehofer wie ein
Aushängeschild vor sich herträgt – und mit dem er der CSU das Nein zu
den Studiengebühren verordnet.

So wie sich manche Schwarze zwischendurch an die Nase fassen, um
zu wissen, dass sie nicht träumen, sind auch die bayerischen
Wirtschaftsliberalen oft fassungslos, aber nun wild entschlossen, den
Bruch einer ungeliebten Koalition zu riskieren. Es ist nicht
Todesmut, der sie treibt, sondern das Kalkül, dass die kleine
Minderheit der Studiengebühren-Fans das politische Überleben der
liberalen Partei in Bayern rettet.

Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de

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