Seelentrümmer / In Mattisburgen bekommen Kinder eine zweite Chance

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Lügde hat uns vor Augen geführt, was täglich in
Deutschland passiert – Gewalt und Missbrauch an Kindern. Es ist
schwer zu ertragen sich die Schicksale dieser Kinder auszumalen.
Gleichzeitig tauchen Fragen auf: warum konnten die Täter so lange
unentdeckt Kinder quälen? Warum haben die Opfer geschwiegen?
Durchschnittlich sieben Mal muss ein betroffenes Kind auf solche
Taten aufmerksam machen, damit man ihm glaubt. Psychologen wissen,
dass Kinder dies nicht leisten können. Und so steht Lügde für viele
Schicksale: 4.180 Kinder wurden laut Bundeskriminalamt im Jahr 2018
misshandelt, die Hälfte der Opfer waren jünger als sechs Jahre;
14.606 Jungen und Mädchen mussten sexuellen Missbrauch erdulden und
136 Kinder starben an den Folgen der Gewalttaten, in 98 Fällen bliebe
es beim Tötungsversuch. Wie kann unsere Gesellschaft diese Kinder
übersehen? Johanna Ruoff, Gründerin der Stiftung „Ein Platz für
Kinder“ begründet dies wie folgt: „Trauen Sie ihrem netten Nachbarn,
dem engagierten Pfarrer, dem liebevollen Onkel, der Kindergärtnerin
oder gar Ihrem eigenen Partner diese grauenvollen Taten zu? Kinder
haben zum einen oft eine lebhafte Phantasie und erfinden viele
Geschichten. Zudem wissen wir aus der täglichen Praxis in unseren
Kinderschutzhäusern, den Mattisburgen, dass die Täter perfide
Strategien bei der Vertuschung ihrer Taten haben: da wird mit dem
Verlust oder gar Tod der Eltern gedroht, oder dem Kind verdeutlicht,
dass man es bestrafen musste, weil es nicht artig war.“

Zudem stehen die kleinen Opfer am Anfang ihres Lebens, woher
sollen sie wissen, dass Prügel nicht normal sind? Dass das Streicheln
eines Erwachsenen nicht zum täglichen Alltag eines Kindes gehört.
Doch es gibt Zeichen, die Eltern, Erzieher, Nachbarn und Lehrer
erkennen müssen. So sind typische Verhalten eine massive
Wesensveränderung hin zu Gewaltausbrüchen oder totaler Anpassung. Aus
einem fröhlichen Kind wird ein introvertierter Eigenbrötler. Eltern
haben dann oft das Gefühl, ihr Kind nicht mehr zu verstehen. Am Ende
liegt die Seele in Trümmern. In den Mattisburgen werden diese Kinder
aufgefangen. Hier hält man die Stimmungsschwankungen der Jungen und
Mädchen aus. Gibt ihnen Geborgenheit und das verlorene Vertrauen in
Erwachsene zurück. „Irgendwann berichten unsere Mattisburg-Kinder
über das Geschehene. In Worten, in Gesten, in Handlungen. Und dann
können wir sie auf die lange Reise der Genesung schicken“, berichtet
Johanna Ruoff über die Arbeit in den Kinderschutzhäusern.

Weitere Infos finden Sie unter: www.epfk.org oder unter
www.youtube.com/watch?v=cZz0BzuZiG0.

Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE40 7002 0500 3751 0701 07.
BIC: BFSWDE33MUE

Pressekontakt:
Stiftung „Ein Platz für Kinder“
Britta Wilkens
Grindelhof 25
20146 Hamburg
Tel.+49 (0)40 416 22 747
Mail: bw@epfk.org

Original-Content von: Stiftung „Ein Platz für Kinder“, übermittelt durch news aktuell

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