„Solidarität statt Heimat“ / Ein Aufruf gegen Rassismus in der öffentlichen Debatte

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Das Institut Solidarische Moderne (ISM),
medico international und kritnet fordern eine klare Positionierung
gegen Rassismus und wenden sich gegen eine Politik des Ressentiments.
Zahlreiche Personen unterstützen den Aufruf.

Die Initiatoren setzen mit dem Aufruf ein notwendiges Zeichen
gegen die zunehmende Polarisierung von rechts in den Debatten um
Migration und Asyl. Sie fordern, Rassismus und Entrechtung klar beim
Namen zu nennen und eine solidarische und humanitäre Position gegen
den Rechtsruck zu verteidigen. Der Erziehungswissenschaftler und
Publizist Prof. Dr. Micha Brumlik, die Sozialwissenschaftlerin Prof.
Dr. Naika Foroutan, die Intendantin des Hamburger Theaters Kampnagel,
Amelie Deuflhard, der Autor Georg Diez, die Soziologin Prof. Dr.
Sabine Hark und weitere Wissenschaftler und Kulturschaffende sind
Erstunterzeichner.

„Es ist gegenwärtig kaum möglich, sich zwei Wochen Zeit für eine
Initiative wie die unsere zu nehmen – die Talfahrt des Rechtstaates,
des Asylrechts und der öffentlichen Debatte erreicht alle drei Tage
einen nächsten Tiefpunkt“, so Sabine Hess, Professorin für
Kulturanthropologie in Göttingen und Mitverfasserin des Aufrufs. „Wir
sehen eine Politik auf dem Vormarsch, die auf Isolation, Ausgrenzung
und Abwehr setzt und dabei Menschenrechte und demokratische
Grundwerte missachtet. Der aktuelle Asylstreit zwischen CSU und CDU
liegt ganz auf dieser Linie: Innenminister Seehofer fordert dabei
offen zum Bruch europäischen Rechts auf im rechtspopulistischen
Überbietungswettbewerb.“

Stephan Lessenich, Professor für Soziologie in München, ebenfalls
Mitverfasser des Aufrufs, zieht folgende Linie von den
Bäcker-Aussprüchen eines Christian Linders zur aktuellen politischen
Zuspitzung: „In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen Europas
ein politischer Rassismus breitgemacht, der die Grenzen zwischen dem
konservativen, rechten und faschistoiden Lagern zunehmend
verschwimmen lässt. Der größte Erfolg der AfD war nicht ihr Einzug in
den Bundestag. Ihr mit Abstand größter Erfolg ist, dass man sich in
diesem Land wieder hemmungslos menschenverachtend geben und äußern
kann, wie wir es in der Stellungnahme formuliert haben.“

Neben migrations- und asylpolitischen Fragen geht es im Aufruf vor
allem darum, an die Willkommenskultur im langen Sommer der Migration
anzuknüpfen. Dafür braucht es aber die Konfrontation, so Mario
Neumann vom ISM: „Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche
öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten
Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete, Migrantinnen und
Migranten, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser
Gesellschaft. Was wir brauchen ist kein Masterplan zur Migration,
sondern ein Masterplan gegen Rassismus.“

Dr. Ramona Lenz von medico international bekräftigt ihrerseits:
„Ein großer Teil der Gesellschaft erkennt Migration als
gesellschaftliche Realität an und ist solidarisch mit Menschen auf
der Flucht. Das ist nicht naiv und realitätsfremd. Die Haltung derer,
die Demokratie und Menschenwürde verteidigen, muss in der
öffentlichen Debatte dringend wieder hörbarer werden.“

AUFRUF ONLINE – https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/

Das Institut Solidarische Moderne (ISM) ist eine Programmwerkstatt
für neue linke Politikkonzepte, die über Parteigrenzen hinweg
zwischen Politik und Wissenschaft, Zivilgesellschaft und sozialen
Bewegungen agiert.

Kritnet ist ein Netzwerk für kritische Migrations- und
Grenzregimeforschung, das an der Schnittstelle von
interdisziplinärer, kritischer Wissenschaft und politischen
Initiativen und Aktionen arbeitet.

Medico international ist eine Hilfs- und
Menschenrechtsorganisation, die sich für die globale Verwirklichung
des Menschenrechts auf Gesundheit einsetzt und in ihrer kritischen
Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit mit anderen Organisationen und
Initiativen zusammenarbeitet.

Pressekontakt:
Sabine Hess – kritnet – 0163 455 8561, shess@uni-goettingen.de
Ramona Lenz – medico international – 0163 256 2185, lenz@medico.de
Mario Neumann – ISM – 0179 887 8538, neumann.mario@gmail.com

Original-Content von: medico international, übermittelt durch news aktuell

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