Sozialraumorientierte Ansätze für ein gelingendes Alter(n) (FOTO)

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Anlässlich des UN-Tages der älteren Generation am 1. Oktober
fordert der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums Deutsche Altershilfe
(KDA), Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, die vielfältigen Lebenslagen
älterer Menschen gesellschaftlich stärker zu berücksichtigen. Nur
durch eine Vernetzung von sozialen Ressourcen, durch die Teilhabe
älterer Menschen am Gemeinwesen und durch vielfältige Wohnangebote
könne die Idee einer sorgenden Gemeinschaft gelingen und der
demografische Wandel aktiv gestaltet werden.

Der renommierte Sozialwissenschaftler nimmt damit Bezug auf den
Siebten Altenbericht, der unter dem Titel „Sorge und Mitverantwortung
in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“
steht. In einer Sonderausgabe des Fachmagazins ProAlter diskutiert er
mit anderen namhaften Expertinnen und Experten über ausgewählte
Inhalte des Altenberichts.

Im Vorwort erläutert der Vorsitzende der Altenberichts-Kommission,
Prof. Dr. Andreas Kruse, zum Beispiel das im Altenbericht genannte
Prinzip der geteilten Verantwortung: „Mit geteilter Verantwortung ist
gemeint, dass sich das Individuum, dessen Familie, dessen
nachbarschaftliche Netzwerke, bürgerschaftlich Engagierte,
Wohlfahrtsverbände, private Dienstleister und Kommunen, Aufgaben
teilen, das heißt – aufeinander abgestimmt – Verantwortung
übernehmen.“ Ältere Menschen seien nach dem Verständnis der
Kommission in diesen Gemeinschaften nicht nur als Hilfeempfangende,
sondern ausdrücklich auch als Hilfegebende zu verstehen und
anzusprechen.

„Nur im Quartier und nur in geteilter Verantwortung lässt sich
Pflege sichern“, betont auch Alexander Künzel, unter anderem Sprecher
des bundesweiten Reformbündnisses Netzwerk: Soziales neu gestalten
(SONG). Diese Neuausrichtung von Sorge und Pflege an
gesellschaftlicher Teilhabe erfordere einen qualifizierten und
tragfähigen Ausbau und die Steuerung von Sorgestrukturen im
ambulanten und teilstationären Bereich sowie ein Zusammenwirken von
professionellen Kräften mit der Zivilgesellschaft.

Eine ausreichende Qualifizierung und Unterstützung
bürgerschaftlich Engagierter fordert auch Heike von Lützau-Hohlbein,
ehemalige Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Nur so
könnten innovative Pflege-Settings, zum Beispiel im Bereich Demenz,
entwickelt und nachhaltig umgesetzt werden.

Um mehr Einfluss für die Kommunen, eine bessere Vernetzung vor Ort
und eine gerechtere Finanzierung, geht es der Pflege- und
Gesundheitspolitikerin Elisabeth Scharfenberg. Für ein menschen-,
lebens- und wohnortnäheres Gesundheits- und Pflegewesen müssten alle
Akteure – Kassen, Leistungserbringer, Gesundheitsberufe, Selbsthilfe,
Kommunen – im Sinne der Patientinnen und Patienten wirkungsvoll
miteinander kooperieren.

Dr. Joachim Wilbers, geschäftsführender Gesellschafter der
ProjectCare GmbH, setzt auf Wettbewerb und Vielfältigkeit. „Die
Herausforderung besteht darin, auf der einen Seite ein vielfältiges
Wohnangebot mit echten Wahlmöglichkeiten zu schaffen und zum anderen
ein Anreizsystem zu konstruieren, das so neutral ist, dass die
Menschen sich nach ihren Wünschen und Bedürfnissen entscheiden können
und nicht nach dem, was besser finanziell unterstützt wird.“ Träger
sollten in der Lage sein, jeweils auf eigenes Risiko, sehr
unterschiedliche Angebote zu schaffen. Wettbewerb der Ideen und der
Träger seien die beste Garantie für Innovation und Qualität.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden hat mit den Beratungsstellen für
selbstständiges Leben im Alter und der Beratungsstelle für
barrierefreies Planen und Bauen Dienste etabliert, die nicht nur
passgenaue Wohnangebote vermitteln, sondern gemeinsam mit den
Diensten und Einrichtungen im Stadtteil, aber auch mit den
informellen Netzwerken bedarfsgerechte Unterstützungen sichern.
Johannes Weber und Nicole Bruchhäuser berichten über die Arbeit
dieser Beratungsstellen.

Im Land Brandenburg ist es die „Fachstelle Altern und Pflege“, die
mit Projekten und Beratung der Akteure dafür sorgt, Strukturen vor
Ort so zu erhalten bzw. zu entwickeln, dass ältere Menschen im
vertrauten Wohnumfeld verbleiben können. Dies zeigt Dr. Anja Ludwig,
Leiterin der Fachstelle, in ihrem Beitrag für die Sonderausgabe. Die
ProAlter-Sonderausgabe „Sozialraumorientierte Ansätze für ein
gelingendes Alter(n). Kommunale Handlungsfelder des Siebten
Altenberichts“ kann unter www.kda.de kostenfrei heruntergeladen
werden.

Der Siebte Altenbericht steht im Internet als kostenloser Download
zur Verfügung: www.siebter-altenbericht.de

Weitere Informationen zu Themen und Texten:
www.kda.de/proalter.html

Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)

Das KDA wurde 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke
und seiner Frau Wilhelmine gegründet. Das KDA steht seither unter der
Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten, so auch unter der
von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Das KDA leistet im Sinne
der mit dieser Schirmherrschaft verbundenen Neutralität aktive
Beiträge zur Gestaltung einer Gesellschaft des langen und
selbstbestimmten Lebens und stärkt durch seine Arbeit das
wertschätzende Zusammenleben Menschen jeden Alters. Als Ideengeber
und Vorreiter für innovative Lösungsansätze leistet das KDA wertvolle
Dienste für das Gemeinwesen. Der demografische Wandel wird dabei
ausdrücklich als Chance und nicht als Gefahr oder übermächtige
Anforderung verstanden. Alle Facetten des Alters finden in der Arbeit
des KDA Berücksichtigung. Alte Menschen sind aktiv – ob im Ehrenamt
oder noch im Beruf. Manche leben in einer Phase, in der sie der
besonderen Sorge und Pflege bedürfen.

ProAlter, das unabhängige Fachmagazin des KDA, bietet allen, die
sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens
beschäftigen, wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit.
Ansprechpartnerin: Simone Helck / Telefon +49 221 931847 10/
presse@kda.de

Pressekontakt:
Simone Helck / Telefon +49 221 931847 10/ presse@kda.de

Original-Content von: Kuratorium Deutsche Altershilfe, übermittelt durch news aktuell

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