Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Italien/Regierungsbildung

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Unter den wenigen Kandidaten, die im Italien von
heute überhaupt eine Regierung zustande bringen können, ist Enrico
Letta wahrscheinlich der beste. Politische Erfahrung hat er wie ein
alter Politiker, gleichzeitig gehört er zur jungen, noch allzu sehr
blockierten Generation. Man kennt und schätzt ihn in allen
etablierten Lagern.

Jetzt müssen sich nur die Parteien hinter Letta zusammenfinden. Zu
einer Großen Koalition, wie es sie bisher in Italien nicht gab; denn
das, worauf sich der „Technokrat“ Mario Monti ein Jahr lang mit Mühe
gestützt hatte, war ein lediglich von außen zusammengezwungenes
Bündel hergebrachter Egoismen. Ob das Experiment gelingt, ist
ungewiss. Lettas Sozialdemokraten, führungs- und richtungslos, sind
eigentlich zu Entscheidungen unfähig; Berlusconi wird, wenn
überhaupt, der Versuchung nur schwer widerstehen, sie zu überrollen.
Monti als Dritter im Bunde ist zu schwach, um irgendetwas zu halten.
So ist Lettas Bestellung ein guter Anfang, mehr nicht. Es fragt sich
nur: Wenn selbst dieser Mann scheitert, wer soll dann Italien
regieren?

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