Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Linke/Lafontaine

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Oskar Lafontaine hat bis zum Montag mit der
Rückkehr in den Bundestag kokettiert, sich damit ins Gespräch
gebracht und seine Partei in Unruhe versetzt. Was treibt den
Saarländer zu solchen Spielchen? Seine Eitelkeit und die Angst vor
dem Bedeutungsverlust? Oder vertreibt er sich so die Langeweile, weil
er als Fraktionsvorsitzender einer bedeutungslosen Oppositionspartei
in einem Zwergenbundesland nicht ausgelastet ist? Wie dem auch sei.
Der 69-Jährige ist ein trauriges Beispiel dafür, wie schwer es
Politikern zuweilen fällt, rechtzeitig und würdevoll das Feld
Jüngeren zu überlassen.

Dabei ist fraglich, ob die Linkspartei von einem Comeback
Lafontaines überhaupt profitiert hätte. Zwar hätte seine Prominenz
mehr Aufmerksamkeit erregt. Gleichzeitig wäre aber das mühsam
austarierte Personaltableau mit einem achtköpfigen Wahlkampfteam und
einer doppelt besetzten Parteispitze aus der Balance geraten. Die
leidlich beruhigten Flügelkämpfe zwischen West-Fundis, deren
Galionsfigur Lafontaine ist, und Ost-Realos hätten wieder ausbrechen
und sein Konflikt mit dem Fraktionschef Gregor Gysi erneut eskalieren
können. Nun hat Lafontaine (vorerst) eingesehen, dass sein Verzicht
auf persönliche Ambitionen der Partei am meisten hilft. Zumindest das
verdient für den Moment Respekt.

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