Umfrage: „Was Kinder denken, fühlen und wünschen“ / Positive Grundstimmung / Aber: Kritischer Blick auf die Welt, Traurigkeit und Einsamkeit wachsen

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Was denken und fühlen Deutschlands Kinder heute?
Wie sehen sich die Kinder selbst? Was halten sie von ihrer Familie
und Freunden? Wie geht es ihnen in der Schule, und was erhoffen sie
sich für die Zukunft? Wie im Jahr 2006 ließ ELTERN family das
Münchner Forschungsinstitut iconkids & youth 2011 Kinder im Alter von
sechs bis zwölf Jahren zu diesen Themen befragen – mit
bemerkenswerten Ergebnissen. Über alle Bereiche zeigt sich, dass das
Lebensgefühl der Kinder grundsätzlich positiv ist. 96 Prozent der
Kinder finden es schön, auf der Welt zu sein (2006: 91 Prozent). 86
Prozent finden sich in Ordnung so wie sie sind (2006: 81 Prozent). 93
Prozent sagen, „mit meinen Freunden habe ich viel Spaß“ und 91
Prozent finden „meine Eltern sind die besten Eltern, die ich mir
vorstellen kann“. Doch nicht alles hat sich zum Positiven verändert.

Der kritische Blick auf die Welt sowie Gefühle von Traurigkeit und
Einsamkeit wachsen

Die Kinderunfreundlichkeit in der Gesellschaft wird heute stärker
wahrgenommen als noch vor fünf Jahren. 71 Prozent der Kinder finden,
dass „es viele Erwachsene gibt, die keine Kinder mögen und sich von
ihnen gestört fühlen“ (2006 nur 59 Prozent). Der Blick auf die Welt
ist kritischer geworden: „Die Erwachsenen kümmern sich zu wenig um
die Umwelt und die Tiere“, bestätigen heute 69 Prozent gegenüber 54
Prozent in 2006. Und die Angst, irgendwann nicht mehr auf dieser Welt
leben zu können, verspüren 62 Prozent (zu 49 Prozent). Die
Politikverdrossenheit steigt bei Kindern: Aktuell finden 68 Prozent
(zu 51 Prozent), dass „Politiker immer sagen, dass sie den Menschen
helfen wollen, aber es nicht tun“. Während 2006 noch 35 Prozent der
Kinder manchmal traurig oder wütend waren, ohne zu wissen warum, sind
es derzeit 45 Prozent. Zudem fühlen sich heute mehr Kinder manchmal
allein (42 zu 34 Prozent).

Mehr Trennungen, weniger Geschwister, gestiegenes
Konfliktpotenzial untereinander

Aktuell leben von den befragten Kindern 22 Prozent der Eltern
getrennt (zu 14 Prozent), und 49 Prozent sind Einzelkinder (zu 35
Prozent). Das Konfliktpotenzial unter Kindern scheint sich in den
letzten fünf Jahren verstärkt zu haben: 2006 wünschte sich die
Hälfte, dass Kinder nicht so gemein zueinander sind – heute sind es
über drei Viertel (76 Prozent). 71 Prozent wünschen sich heute mehr
gute Freunde. Und obwohl 91 Prozent der Kinder ihre Eltern als „die
besten, die ich mir vorstellen kann“ beschreiben, wünschen sie sich,
dass die Eltern mehr Zeit mit ihnen verbringen (73 Prozent) und dass
sie ihnen mehr zutrauen (67 Prozent).

In der Schule wächst der Leistungsdruck

Wie 2006 gefällt drei Viertel (77 Prozent) der Schulkinder die
Schule, weil man dort mit vielen netten Kindern zusammen ist. Zwei
Dritteln macht auch das Lernen Spaß – doch der Leistungsdruck ist
gestiegen: „Vor lauter Lernen habe ich kaum noch Zeit für andere
Dinge“ sagten 2006 28 Prozent, 2011 fast die Hälfte (46 Prozent).

Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West – sind Ostkinder
gelassener?

Ostdeutsche Kinder scheinen in allen persönlichen Bereichen
zufriedener mit sich und ihrem Leben zu sein und haben einen
optimistischeren Blick auf die Welt. Im Westen wünschen sich mehr
Kinder, erwachsen zu sein (63 zu 46 Prozent) und mehr gute Freunde
(72 zu 65 Prozent). Lernstress tritt bei 47 Prozent im Westen und 40
Prozent im Osten auf, und „nie wieder in die Schule zu müssen“
wünschen sich 32 Prozent im Westen und 25 Prozent im Osten. Mehr
ostdeutsche Kinder haben getrennt lebende Eltern (Ost: 27 Prozent/
West: 21 Prozent), sind aber weniger traurig darüber (57 zu 77
Prozent). Die Politikverdrossenheit ist im Westen stärker ausgeprägt
als im Osten (70 zu 59 Prozent), und auch die Arbeitslosigkeit finden
Westkinder schlimmer als Ostkinder (80 zu 75 Prozent).

Wünsche für die Zukunft – für sich selbst und eine bessere Welt

Bei den Wünschen für sich selbst rangiert „Gesundheit“ weit oben
(93 Prozent), später ein Haus mit Garten und vielen Tieren (87
Prozent) und viel Geld (86 Prozent) zu haben und ein hohes Alter (85
Prozent) zu erreichen. Jeweils drei Viertel wünschen sich „mehr Zeit
zum Spielen“, „reich und berühmt zu sein“ sowie „von anderen Kindern
gemocht zu werden“.). Und natürlich gibt es Wünsche nach einer
besseren Welt: „Dass bei uns nichts Schlimmes passiert“ (92 Prozent),
dass „die Reichen den Armen etwas abgeben“ (87 Prozent) und dass
„alle Waffen auf der Welt vernichtet werden“ (83 Prozent).

Weitere Ergebnisse in der aktuellen ELTERN family 04/2012 (ab 14.
März im Handel)

Die kompletten Studienergebnisse unter www.elternfamily.de/studie

Pressematerialien und aktuelle Fotos unter www.guj.de/eltern2012

Zur Studie:

Repräsentative face-to-face Untersuchung in Deutschland mittels
Fragebogen im Rahmen der Mehrthemenumfrage iconKIDS bus von 714
Kindern zwischen 6 bis 12 Jahren. Befragungszeitraum: 7. November bis
2. Dezember 2011, Institut: Iconkids & Youth

Die Ergebnisse der Studien aus 2011 und 2006 sind bei
Quellen-Nennung von ELTERN family und Iconkids & Youth zur
redaktionellen Berichterstattung frei verwendbar.

Pressekontakt:
Andrea Wagner
Kommunikation/PR
Gruner + Jahr AG & Co KG
Tel: 040/3703-2980
E-Mail: wagner.andrea@guj.de

Eine Antwort auf Umfrage: „Was Kinder denken, fühlen und wünschen“ / Positive Grundstimmung / Aber: Kritischer Blick auf die Welt, Traurigkeit und Einsamkeit wachsen

  1. Vielleicht ist es an der Zeit, psychologische Gesprächsgruppen für Jugendliche zu organisieren, um die oft verkürzte Online- , Handy- und SMS-Kommunikation durch empathische Gespräche zu ergänzen?

    J.Sandrob

    Julia Sandrob
    14. März 2012 auf 9:07
    Antworten

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