Diesem Neuanfang wohnt kein Zauber inne. Vielmehr wirkt er durch die Panne bei der Neubesetzung des Verkehrsministeriums überhastet und durch weitere angekündigte Personalwechsel unfertig. Riskant ist das Vorhaben von Kanzler Friedrich Merz, weil er während eines Reformprozesses die Gesundheitsministerin Nina Warken ersetzt durch Carsten Linnemann, der sich erst einarbeiten muss. Das kann gut gehen, kann aber die Reform gefährden, die über den Erfolg von Schwarz-Rot mitentscheidet. Die Personalie Linnemann weckt den Eindruck, Loyalität sei wichtiger als Sachkenntnis. All das stellt die kleinen Fortschritte des Vorstoßes in den Schatten. Mehr Frauen in verantwortlichen Positionen ist eine gute Entscheidung. Vielleicht hätte die Regierungsspitze das Motto „Mach langsam, wenn es schnell gehen soll“ beherzigen sollen. Dann wäre womöglich ein überzeugendes Konzept entstanden, mit dem Merz und sein Vize Lars Klingbeil die notwendigen Reformen mit neuem Schwung hätten voranbringen können.
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