WAZ: Alte Technik austauschen! – Kommentar von Matthias Korfmann zu „verlorenen“ Notrufen

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Stellen wir uns vor: Sie sind Zeuge eines Unfalls
und wählen die „110“ – aber keiner geht ran. So etwas geschieht
offenbar gar nicht so selten. Zwar beeilen sich Polizei und
Innenministerium mit der Feststellung, dass 10.000 „verlorene“
Notrufe mitnichten 10.000-mal versäumte Hilfe bedeuten. Das
Bedrückende ist aber, dass niemand weiß, wie oft die Polizei wegen
veralteter Telefontechnik nichts von einem wichtigen Ereignis
erfährt.

Vermutlich reden wir hier nicht über Tausende ernste Fälle in
Großstädten wie Köln, Essen oder Bochum, aber vielleicht über
Hunderte oder Dutzende. Und jeder ins Leere laufende Notruf ist einer
zu viel. Wer die 110 wählt, muss sich rund um die Uhr darauf
verlassen können, dass er die Polizei sofort erreicht. Immer und
unter allen Umständen.

Dass das Problem seit Jahren bekannt ist, die Lösung immer wieder
verschoben wurde, ist nicht hinnehmbar. Heutzutage ist scheinbar
alles digitalisiert und vernetzt. Jedes Kind kann Bilder und
Botschaften in Sekundenschnelle überallhin schicken. Wie ist es da
möglich, dass die Polizei ein Problem damit hat, Notrufe anzunehmen
oder automatisch weiterzuleiten? Der Austausch der veralteten Technik
ist überfällig.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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