WAZ: Pflege im Minutentakt. Kommentar von Wilfried Goebels

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Zeit ist Geld – auch in der ambulanten Pflege. Wenn
Pfleger aber im Minutentakt von Bett zu Bett hetzen müssen, bleibt
die Zuwendung für den Patienten leicht auf der Strecke.
Krankenkassen, denen der Zahnersatz mehr wert ist als die ambulante
Pflege, haben die Dimension der demografischen Herausforderung nicht
verstanden. Die Gesellschaft altert, der Bedarf an Pflegern wächst.
Die Parole „ambulant vor stationär“ ist allerorten präsent, die
Probleme liegen in der Umsetzung. Das Image des Pflegeberufs ist
schlecht, weil die Tätigkeit körperlich und psychisch viel
abverlangt. Die Folge: Pflegekräfte fehlen, der Zeitdruck erhöht
sich. Die Krankenkassen müssen klären, was ihnen die Pflege wert ist.
Unterfinanzierte Pflegedienste – ob privat oder von
Wohlfahrtsverbänden – werden das Leistungsangebot der Pfleger weiter
senken, wenn Kassen die Vergütungssätze nicht anheben. Die Zeche
zahlen Alte und Kranke, die möglichst lange daheim leben wollen. Dass
die Rechnung der Kassen nicht aufgeht, wenn Pflegebedürftige früher
in eine stationäre Einrichtung wechseln müssen, liegt auf der Hand.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
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