WAZ: Wie der Terror uns verändert – Kommentar von Lutz Heuken zum Airbus-Absturz

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Noch gibt es keine Gewissheit – doch kommt in Zeiten
des Terrors sofort der Verdacht auf, dass die Menschen, die von Paris
nach Kairo fliegen wollten, Opfer eines Anschlags wurden. Islamisten
rücken ins Zentrum dieses Verdachts: Sie sehen in Ägyptens Präsident
al-Sisi ebenso einen Todfeind wie in der „Kreuzfahrer“-Nation
Frankreich. Und gegen diese Feinde ist nach der perversen Logik der
Islamisten jedes Mittel recht – auch der Massenmord an Zivilisten.

Es gehört zum Wesen des Terrors, dass er nicht nur die Opfer und
ihre Angehörigen trifft. Terror soll Gesellschaften in ihren
Grundfesten erschüttern. Und so oft wir auch trotzig versichern, dass
wir uns von Islamisten unsere Art zu leben nicht zerstören lassen, so
oft müssen wir erkennen, dass der Terror sich schon längst wie
schleichendes Gift verbreitet hat.

Wer steigt noch ins Flugzeug, ohne an ein Attentat zu denken? Wer
geht bei der Fußball-Europameisterschaft noch arglos ins Stadion oder
zum Public Viewing? Wer begehrt noch auf, wenn ein Land wie
Frankreich Grundrechte für Monate außer Kraft setzt? Und wer denkt
bei einem Absturz noch an technisches Versagen? Der islamistische
Terror hat uns längst verändert.

Pressekontakt:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zentralredaktion
Telefon: 0201 – 804 6519
zentralredaktion@waz.de

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