Wegen Stress: Mehr als die Hälfte aller Pflegekräfte haben körperliche Beschwerden

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– Hohes Stresslevel an normalem Arbeitstag für jede fünfte
Krankenschwester
– Mehr als die Hälfte der Teilnehmer an Asklepios Umfrage leidet
unter körperlichen Symptomen
– Stress kommt von Bürokratie/Dokumentation, Arbeitsverdichtung und
zu wenig Zeit pro Patient

Mehr als die Hälfte aller Pflegekräfte in Pflegeheimen, im
ambulanten Pflegedienst und in Kliniken leidet aufgrund von Stress
häufig oder regelmäßig unter körperlichen Beschwerden, ein Drittel
unter psychischen Symptomen. Auslöser von Stress sind zu viel
Bürokratie und Dokumentation, Arbeitsverdichtung und zu wenig Zeit
pro Patient. Am wenigsten belasten Mobbing und Personalmangel. Das
ergab eine online-Befragung von 240 Pflegekräften aus Krankenhäusern,
Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten in Deutschland,
durchgeführt von DocCheck im Auftrag der Asklepios Kliniken. Während
in Kliniken mit 45 Prozent die Arbeitsverdichtung generell am meisten
belastet, sind es in Pflegeheimen mit 51 Prozent zu wenig Zeit pro
Bewohner und im ambulanten Pflegedienst mit 44 Prozent die Bürokratie
und Dokumentation. Das gleiche steht auch für Pflegepersonal privater
Kliniken mit 41 Prozent im Vordergrund, damit deutlich stärker als
die bekanntermaßen in Deutschland besonders hohe Arbeitsverdichtung
(26 Prozent), unter der ihre Kollegen unter öffentlicher (37 Prozent)
und konfessioneller (38 Prozent) Trägerschaft am stärksten leiden.

Am meisten scheinen Pflegende in Senioren- und Pflegeheimen
belastet: Mit 60 Prozent körperlichen und 46 Prozent psychischen
Symptomen liegen sie deutlich vor ambulanten Pflegediensten (59
Prozent und 34 Prozent) und Klinikpflegepersonal (39 resp. 18
Prozent). Wenn ein hohes Stresslevel berichtet wird und der negative
Stress überwiegt, kommt es auch zu einer doppelt so hohen Rate an
eigenen Beschwerden. Wenn Pflegende Stress während der Arbeit abbauen
wollen, helfen den meisten kurze Gespräche mit Kollegen (60 Prozent)
oder Patienten (37 Prozent) sowie Süßigkeiten oder andere Snacks (37
Prozent). In Kliniken nascht fast die Hälfte, während es beim
ambulanten Pflegedienst nur ein Drittel und in Pflegeheimen nur gut
ein Viertel ist. Ebenfalls immerhin ein Viertel in Klinik und beim
ambulanten Pflegedienst wendet kurze Entspannungstechniken an. Acht
Prozent nehmen im Extremfall auch mal ein Medikament ein, davon 11
Prozent im Pflegedienst, 10 Prozent im Seniorenheim und fünf Prozent
in der Klinik. Wenn negativer Stress überwiegt, ist die Neigung dazu
mit 13 Prozent stärker ausgeprägt.

Immerhin können 71 Prozent nach einem Arbeitstag gut abschalten,
aber 24 Prozent weniger gut und fünf Prozent so gut wie gar nicht. Am
besten können die Pflegenden aus Kliniken mit 79 Prozent abschalten,
während es im Pflegeheim mit 68 und im ambulanten Dienst mit 66
Prozent deutlich weniger sind. Außerdem zeigt sich ein Zusammenhang
mit dem Stresslevel und der Art abzuschalten. Am schwersten fällt das
Abschalten bei einem hohen Stresslevel und wenn der negative Stress
überwiegt. Zum Stressabbau dienen 55 Prozent der Pflegenden Schlafen,
53 Prozent Fernsehen, 44 Prozent Musik, 43 Prozent Kochen und 40
Prozent Unternehmungen mit der Familie. Jüngere Pflegende sehen dabei
eher fern, bei Älteren ist Schlafen der wichtigste Ausgleich. Ein
Glas Wein oder Bier wurde nur von 16 Prozent angegeben. Gesunde
Stressverarbeitung mit Sport spielt nur für jeden Dritten und
Entspannungsübungen knapp jeden Zehnten eine Rolle. Bei vorwiegend
positivem Stress steigt die Beliebtheit gesunder Aktivitäten zum
Ausgleich: die Hälfte macht Unternehmungen mit der Familie und
immerhin 37 Prozent Sport. Um Stress zu vermeiden, wünschen sich
Pflegekräfte mit deutlichem Abstand mehr Zeitreserven für
Unvorhergesehenes und Notfälle.

„Die Ergebnisse unserer Befragung sind alarmierend, denn sie
belegen ein weiteres Mal, unter welch hohem Druck das Pflegepersonal
in Deutschland arbeiten muss“, sagt Kai Hankeln,
Konzerngeschäftsführer der Asklepios Kliniken. „Die trägerunabhängige
und von den Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems erzwungene
Arbeitsverdichtung ist im internationalen Vergleich ein trauriger
Rekord“, so Hankeln weiter. Die hohe Belastung schrecke junge
Menschen davon ab, in die Pflege zu gehen – und verstärkt so den
Mangel an Pflegekräften. „Regelungen wie die politisch verordneten
Personaluntergrenzen sind ein populistisches Placebo, um den
Schwarzen Peter bei den Kliniken abzuladen, denn sie ändern überhaupt
nichts an den beiden Hauptproblemen: der Unterfinanzierung und dem
Mangel an Pflegekräften“, beklagt Hankeln.

Zur Studie

Für die Studie „Stress und Resilienz“ wurden von DocCheck im
Auftrag der Asklepios Kliniken im Mai 2017 bundesweit 240
Pflegekräfte aus Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen sowie
ambulanten Pflegediensten und 162 Ärzte aus Kliniken und Praxen
online befragt. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Ärzte
erhalten Sie auf Anfrage Infografiken mit den detaillierten
Umfrageergebnissen.

Über Stress

Stress kann beeinflussbar sein und zu Leistung herausfordern. Dann
gilt er als „positiver Stress“. Fühlt man sich ihm hingegen hilflos
ausgeliefert und kann selbst kaum etwas verändern, handelt es sich um
„negativen Stress“. Beide Formen können sich von der physiologischen
Reaktion sowie den Auswirkungen deutlich unterscheiden. Gerade der
negative Stress gilt als Risikofaktor für die Gesundheit.

Über Asklepios

Asklepios betreibt bundesweit 10 Bildungszentren für
Gesundheitsberufe (BZG), in denen rund 1200 Gesundheits- und
Krankenpflegende verschiedener Ausrichtungen ausgebildet werden. Im
BZG Hamburg lernen etwa 1400 Auszubildende, von denen etwa 900
Pflegeberufe erlernen. Damit ist Asklepios in der Hansestadt der
größte Ausbildungsbetrieb.

Kontakt für Rückfragen:
Asklepios Kliniken
Konzernbereich Unternehmenskommunikation & Marketing
Tel.: (0 40) 18 18-82 66 36
E-Mail: presse@asklepios.com
24-Stunden-Rufbereitschaft der Pressestelle: (040) 1818-82 8888.

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Original-Content von: Asklepios Kliniken, übermittelt durch news aktuell

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